EARTH OASIS

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Masao Maki

Auszüge aus dem Buch

Das Dr. Fritz - Phänomen

Auf den Spuren eines brasilianischen Trancechirurgen


Inhalt:

Eine himmlische Botschafterin

12. Mai 1996

Ich hatte noch ein wenig Zeit, bevor um Mitternacht mein Flug nach Südamerika ging. Im Duty Free-Shop zu schauen, sprach mich eine europäisch aussehende Frau mittleren Alters an, die ein rein weißes indisches Kleid trug: "Hi, wohin fliegen Sie zu dieser Zeit?" Ich war ein wenig überrascht, aber ich antwortete: "Ich fliege nach Brasilien mit dem Mitternachtsflug." Ihre grünen Augen leuchteten als sie sagte: "Wirklich? Dort werden Sie sicher Dr. Fritz treffen, was?"

Worüber sprach diese seltsame Frau? Ich hätte sie beinahe mit einem Lachen abgetan, aber irgend etwas in mir sagte mir, dass es ihr Ernst war. Daher antwortete ich: "Nein. Ich fliege zu einer internationalen Konferenz über transpersonale Psychologie in Manaus. Aber wer ist dieser Doktor?"
"Sein Name ist Dr. Fritz. Er wird Superman heilen." Ihre Stimme drückte tiefe Zuversicht aus.
"Wie? Superman?"
"Oh, ja, Superman. Sie kennen doch Christopher Reeve, den Schauspieler, der einen Reitunfall hatte?"
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. In diesem Augenblick kamen ihre Freunde zur Tür des Ladens um sie abzuholen. Sie winkte ihnen zu und umarmte mich fest. Dabei flüsterte sie mir ins Ohr, wobei sie es mit ihren Lippen kitzelte: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Dr. Fritz treffen werden." Dann blickte sie mir für einen Moment in die Augen, drehte sich um und ging zu ihren Freunden, die auf sie warteten.

Der Himmel schien mir der diese seltsame Frau geschickt zu haben, um mir eine Nachricht zu überbringen. Ich war von der Erwartung erregt, dass etwas Unvorhergesehenes auf dieser Reise passieren würde.
Ich ließ mir ihre Worte noch einmal durch den Kopf gehen: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie Dr. Fritz treffen werden." Es muss Hunderttausende Ärzte in Brasilien geben. Wie soll ich da gerade diesen speziellen Dr. Fritz finden? Und Superman heilen? Das schien mir unglaublich und ziemlich faul. Außerdem klingt "Dr. Fritz" nicht gerade wie ein brasilianischer Name, eher deutsch. Es war für mich wirklich schwer, diesen Fritz ernst zu nehmen.

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Die Psychedelische Konferenz im Regenwald

17. Mai

Es war der erste von sechs Tagen auf der Internationalen Konferenz zur Transpersonalen Psychologie im Tropical Hotel Manaus. Ich hatte gehört, dass rund 800 Teilnehmer aus 38 Ländern da waren, zumeist Ärzte, Professoren und intellektuelle New Age Anhänger.

Bei der Eröffnungszeremonie hielt Dr. Stanislav Grof, Psychologe und Gründungspräsident der International Transpersonal Association (ITA), ein Grundsatzreferat.
Dr. Grof sprach lange über die reiche und vielseitige spirituelle Welt in Brasilien und nannte Beispiele für mystische Kulte, die hier ausgeübt werden: Umbanda und Candomblé. Er erklärte, dass die brasilianischen Eingeborenen ursprünglich ihre eigenen Schamanen hatten. Mit der Invasion der Spanier und anderer Europäer wurde der Katholizismus eingeführt. Als schwarzafrikanische Sklaven nach Brasilien kamen, brachten sie ebenfalls ihre spirituellen Traditionen mit. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Kardecistische Spiritismus eingeführt. Er basierte auf den Werken des Franzosen Allan Kardec und breitete sich schnell aus. Jede Religion beeinflusste die anderen. Dieser Mix hat nun eine spirituelle Blüte in dem südamerikanischen Land hervorgebracht. Man nennt Brasilien auch "das Land, in dem Gott noch atmet", sagte Dr. Grof. In Brasilien glauben 90 Prozent der Menschen an die Existenz einer Seele und an Gott. Einige Psychologen behaupten, die meisten Brasilianer seien Channeler.

Am Ende seiner Rede sagte Dr. Grof etwas, was mich aufhorchen ließ: "Derzeit channelt ein junger Computer-Fachmann den Geist eines deutschen Arztes, der im Ersten Weltkrieg starb. Er behandelt Tausende Patienten und hat eine unheimlich Erfolgsquote. 1947 war der Brasilianer Zé Arigó, ein ungebildeter Bauer, die erste Inkorporation dieses deutschen Arztes. Über Nacht begann Arigó deutsch zu sprechen, eine Sprache, die er niemals gelernt hatte. Und er begann, chirurgische Operationen mit einem rostigen Messer, ein paar Scheren und völlig ohne Betäubung durchzuführen. Brasilien ist wirklich ein unglaubliches Land."
Dr. Grof beendete seine Rede mit den Worten: "Der Name dieses deutschen Arztes, der vor achtzig Jahren starb, ist Dr. Fritz. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Obrigado."
Ich saß einfach nur da und murmelte vor mich hin: "Donnerwetter! Ich hätte nicht erwartet, den Namen von Dr. Fritz so bald zu hören."

20. Mai

Dies war der fünfte Tag der Konferenz. Am Mittag des nächsten Tages würde alles vorbei sein. Nach unserem abschließenden Abendessen sah ich mir ein großes Schwarzes Brett und entdeckte an der obersten linken Ecke das letzte Exemplar der Broschüre "Der Geist der Erde". Als ich näher herantrat, um mir die Informationen abzuschreiben, fielen meine Augen auf etwas neben dieser Broschüre. Es war ein einfaches Stück Papier, das mit einer Reißzwecke befestigt war. Jemand hatte mit einem Textmarker draufgekritzelt: "Videovorführung von Dr. Fritz - Healing the Spirit."

Da es bereits kurz nach 22 Uhr war, rannte ich nach oben zum Saal und öffnete die Tür. Drinnen war es dunkel, und das Video hatte schon angefangen. Ich konnte ein vages Bild von einem jungen Arzt sehen, der einen Patienten behandelte. Aber weil das Video auf eine große Leinwand projiziert wurde, war es unscharf und schwer zu erkennen, insbesondere von meiner Position im hinteren Teil des Saals aus. Dennoch konnte ich ausmachen, dass dieser Arzt mit einer Schere in einem Augapfel des Patienten herumstocherte. In einer anderen Szene hatte er den Rücken eines Patienten aufgeschnitten, während dieser sich bei der Operation unterhielt. Ich konnte kaum verstehen, wie ein Mann in dem Video eine Röntgenaufnahme gegen die Kamera hielt und sagte: "Mein Arzt in einem großen Krankenhaus hat es aufgegeben, mich zu behandeln, weil ich einen inoperablen Tumor habe. Aber Dr. Fritz hat mich operiert. Schauen Sie sich jetzt dieses Röntgenbild an. Alle Krebszellen sind verschwunden."

21. Mai

Die feierliche Abschlussveranstaltung der Konferenz endete noch vor dem Mittag. Daher beschloss ich, das brasilianische Lunch-Büffet auszuprobieren. Dort entdeckte ich einen Herrn auf der anderen Seite des Büfetts, der auf seinem Teller Salat auftürmte. Er war ein europäischer Typ und trug eine rote Brille. In diesem Moment erkannte ich ihn als den Produzenten des Dr. Fritz-Videos, das ich am Abend zuvor gesehen hatte. Ich war dankbar für dieses zufällige Zusammentreffen in den letzten Minuten meines Aufenthaltes und fragte: "Würden Sie mir an meinem Tisch Gesellschaft leisten?" Er nahm mein Angebot an, und ich nutzte die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.

Als ich ihm sagte, dass ich nach Rio de Janeiro weiterreisen würde, erwiderte er: "In drei oder vier Tagen fliege ich zurück nach Rio. Rufen Sie mich doch einfach an. Wenn Sie die Möglichkeit haben, wäre es vielleicht eine gute Idee, Dr. Fritz zu treffen." Er gab mir seine private Telefonnummer.
"Der Mann, der Dr. Fritz channelt, lebt in Rio?"
"Oh ja", sagte er. "Genauer gesagt ist er mein Nachbar." Er zwinkerte mir zu und verließ den Tisch.
All diese Zusammenhänge schienen eine Bedeutung zu haben. Ich konnte diese ganzen Ereignisse nicht als Zufall abtun. Ich fühlte mich, als ob ich von einer unglaublich gewaltigen Energie von irgend woher manipuliert würde.

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Zurück aus dem Ersten Weltkrieg

25. Mai

In aller Frühe fuhr ich am nächsten Morgen mit dem Taxi in das Penha-Viertel, wo das Krankenhaus von Dr. Fritz in einem verfallenen Industriegelände lag.
Als ich einen ersten Blick auf das Krankenhaus warf, war ich sehr überrascht. Dieses große Gebäude an der Rua Quito Ecke Rua Couto sah nicht aus wie die Krankenhäuser, die ich bereits gesehen hatte. Tatsächlich war es ein verfallenes Lagerhaus, das bereits vor mehreren Jahren aufgegeben wurde. An den Außenwänden blätterte die Farbe ab. Und die Fenster, die nicht kaputt waren, starrten vor Schmutz. Das machte mich traurig. Wie konnte dies das Krankenhaus sein, das Dr. Grof so gelobt hatte? Außerhalb der Eingangstore erinnerte mich die Szene an einen Feiertag in einem indischen Tempel. Wo ich auch hinschaute, überall waren Menschen. Händler verkauften Fruchtsaft, Brot und Weihrauch an die Menge.

Nachdem ich die Szene für einige Minuten beobachtet hatte, beschloss ich hineinzugehen. Nachdem ich die Tore passiert hatte, war ich überrascht, auf noch mehr Menschen zu treffen, die dicht gedrängt an den Wänden saßen. Irgendwie schaffte ich es, mir durch die Massen einen Weg zu bahnen und in eine riesige Halle mit einer hohen Decke zu gelangen, die mit zerbrochenen Dachziegeln gedeckt war. Ich wollte meinen Augen nicht trauen! In dieser Halle hielten sich weitere mehrere Hundert Menschen auf. Die meisten Patienten trugen billige Kleidung und waren offensichtlich arm. Dreißig oder vierzig Menschen saßen in Rollstühlen, andere lehnten an Krücken. Noch andere hatten Bandagen über ihren Augen.

"Wie um Himmels willen kann Dr. Fritz all diese Patienten behandeln", fragte ich mich verwundert. "Wie kann ein einzelner Mensch all diese Kranken hier heilen? Das ist unmöglich!"
Ich zählte und rechnete die Zahl der Patienten hoch und kam auf etwa Eintausend. Wie konnte ein Arzt ohne weitere Hilfe Tausend Patienten am Tag behandeln?

Hinter dem Hauptraum erblickte ich etwas, das aussah wie ein Behandlungszimmer. Als ich mich anschickte, durch die Tür zu gehen, versperrten mir zwei junge Brasilianer, die die Patienten sortiert hatten, den Weg. Ich erklärte ihnen auf englisch, dass der Nachbar von Dr. Fritz, der Filmregisseur David Sonnenschein, von Dr. Fritz erzählt habe und versicherte ihnen, dass es in Ordnung wäre, wenn ich hinein ginge. Es schien nicht so, als ob sie mich verstanden hätten, aber irgendwie befand ich mich auf einmal in dem ziemlich großen Behandlungsraum. Zu meiner Überraschung warteten auch hier diszipliniert etwa 200 Patienten in zwölf Reihen. Entlang der einen Seite des Raums saßen unter den Fenstern etwa zwanzig offenbar schwer kranke Menschen in Rollstühlen. Sie wurden von Verwandten begleitet, die sich um sie kümmerten. Ich konnte den Schmerz und die Sorge in ihren Gesichtern sehen.

Einem Englisch sprechenden jungen Brasilianer erklärte ich, dass ich gekommen sei, um etwas über Dr. Fritz herauszufinden. Er lächelte breit und wies auf ein Schwarz-Weiß-Porträt an der Wand, eine Kohle- oder Federzeichnung. "Das ist Dr. Fritz", sagte er. "Er war Feldarzt der deutschen Truppen und starb im Ersten Weltkrieg. Aber der Geist von Dr. Fritz kommt hierher und heilt die Menschen auf wunderbare Weise."

Ich trat näher an das Porträt von Dr. Fritz, das an der Wand hing, und schaute es genauer an. Es war eine einfache Kopie von einem Original. Es stellte einen dicken europäischen Mann mit einer Brille dar mit einem humorvollen Ausdruck auf dem bärtigen Gesicht. Auf dem Porträt stand: "Dr. Adolph Fritz, gestorben 1915." Es kam mir schon bizarr vor, dass dieser Dr. Fritz, der vor über 80 Jahren gestorben war, in diesem Krankenhaus irgendwie lebendig sein sollte.

Während ich noch das Porträt betrachtete, öffnete sich die Tür des Hinterzimmers, und derselbe junge Mann trat heraus, ganz in Weiß gekleidet. Er schritt zu einem kleinen Schreibtisch und musterte langsam die Menschen in dem Raum. Er lächelte, als schien er Auf Wiedersehen zu sagen. Dann nahm er in dem Metallklappstuhl Platz, und einige Krankenschwestern nahmen um ihn herum Aufstellung und schlossen die Augen. Dann hoben sie ihre Hände etwa auf Schulterhöhe und richteten ihre Handflächen auf den jungen Mann. Es hatte den Anschein, als ob sie ihm über ein Gebet Energie senden würden.

Er setzte seine dicke Brille ab und legte sie behutsam auf den Schreibtisch. Dann richtete er seinen Blick für einige Sekunden auf die Jesusfigur und stützte seinen rechten Ellenbogen auf die Tischplatte. Mit seiner rechten Hand bedeckte er anschließend seine Augen und wurde sehr ruhig. Ich glaubte, die Zeit wäre stehengeblieben, und schaute ihn voller Verwunderung und Ehrfurcht an.

Nachdem etwa zwanzig Sekunden vergangen waren, nahm er langsam die Hand von seinen Augen weg. Sein Kopf kippte nach vorn und näherte sich der Schreibtischoberfläche. Langsam hob er das Gesicht, und ich sah nicht mehr dieses freundliche Gesicht, das er mir noch vor dreißig Sekunden gezeigt hatte. Sein ganzer Teint hatte eine rötliche Farbe angenommen. Die Augen, nun ohne die dicken Brillengläser, waren halb geschlossen und hatten einen schläfrigen Ausdruck. In diesem Moment wurde mir mit einiger Überraschung klar, dass der freundliche junge Mann nun wirklich Dr. Fritz war.

Er stand vom Tisch auf und ging in Begleitung einiger Krankenschwestern in das hintere Zimmer. Dabei ging er knapp an mir vorbei, und ich versuchte an seinem Gesichtsausdruck zu erkennen, ob er mich bemerkte oder nicht. Kein Zeichen deutete darauf hin, dass er sich an mich erinnerte, obwohl wir uns vor gerade einer Viertelstunde gesehen hatten.

Als sie gegangen waren, kam eine Krankenschwester zu mir, zeigte auf das Zimmer, in dem Dr. Fritz verschwunden war, und sagte: "Dr. Fritz. Operacao." Sie wiederholte es so lange, bis ich verstanden hatte, dass Dr. Fritz in diesem Raum eine Operation durchführte. Neben der Tür zu diesem Raum sah ich ein Plakat, auf dem eine Schwester abgebildet war, die ihren Zeigefinger vor die Lippen hielt. Unter dem Bild stand das Wort "Silencio", Ruhe. Ich wurde sehr neugierig, was wohl hinter dieser Tür vor sich ginge. Jedoch schien dies ein sakrosankter Bereich zu sein, den niemand ohne vorherige Genehmigung betreten durfte. Da ich diese derzeit nicht hatte, wartete ich gemeinsam mit 200 anderen Patienten diesseits der Tür.
Nach etwa einer Stunde erschien Dr. Fritz mit einem noch ernsthafteren Gesichtsausdruck als vorher. Drei Schwestern warteten auf ihn mit einem Wagen voller Spritzen, die mit einer dunkelbraunen Flüssigkeit gefüllt waren. Sobald er den Raum betrat, nahm er eine Spritze, und begann, den Patienten am Anfang der Reihe Injektionen zu verabreichen.

Er sprach mit jedem Patienten ein oder zwei Worte, dann setzte er die Nadel eher zufällig an irgendeinem Körperteil an und schien im Übrigen seinem Tun keine große Aufmerksamkeit zu widmen. Die Geschwindigkeit, mit der er bei jedem Kranken die Diagnose stellte und danach die Spritze gab, überstieg alles, was ich mir bis jetzt vorstellen konnte. Einige Patienten hatten Röntgenaufnahmen mitgebracht. Dr. Fritz hielt die Bilder etwa fünf Sekunden gegen das Licht und erklärte etwas den Patienten. Dann gab er ihnen eine Spritze. Für jede Person verwendete er eine neue Nadel, aber es schien, als ob er allen das gleiche Medikament verabreichte. Ich fragte mich, ob diese dunkelbraune Flüssigkeit eine Art Wunderdroge sei, die allen helfe. Dr. Fritz schaffte es, die etwa 200 Patienten in rund zwei Stunden zu behandeln.

Als er endlich seine Arbeit beendet hatte, setzte er sich auf denselben weißen Klappstuhl, wo er vor acht Stunden angefangen hatte. Die gleichen Mitarbeiter, die so lange geblieben waren, erhoben ihre Hände und richteten sie auf ihn. Exakt genauso wie vorher bedeckte er seine Augen mit der rechten Hand, sein Kopf fiel nach vorn. Dr. Fritz verschwand. In wenigen Sekunden war der nette junge Brasilianer zurückgekehrt.

Es war eine dramatische Veränderung. Sein Gesicht verwandelte sich komplett; er setzte seine Brille wieder auf. Sanft lächelnd blickte er jeden in dem Raum an. Er war wieder jung und freundlich. Er stand auf, kam zu mir, schüttelte meine Hand und fragte mit fröhlicher Stimme: "Und wie war es? Wie gefällt dir Dr. Fritz?"
"Ich war sehr bewegt", antwortete ich. "Ist es in Ordnung, wenn ich morgen wiederkomme?"
Er lächelte mich an und sagte "Oh ja. Ja, bitte! Du bist hier sehr willkommen."

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Seine Wunderwaffe: Alkohol, Jod und Terpentin

26. Mai

Als ich in der Klinik ankam, hatten sich schon etwa Tausend Menschen in der großen Halle versammelt. Als ich die Warteschlangen vom Anfang bis zum Ende abschritt, sah ich kein Gesicht, dem ich schon am Vortag begegnet wäre. Das bedeutete, rund 2000 Menschen hätten die Klinik innerhalb von zwei Tagen aufgesucht.

Während der Wartezeit fragte ich eine Frau nach dem Namen des jungen Mannes, der Dr. Fritz channelte und erfuhr, was ich noch nicht in Erfahrung gebracht hatte. "Sein Name ist Rubens Faria", sagte sie. "Eigentlich ist er Computer-Ingenieur und Absolvent des IME, des Instituts für Militärtechnik", sagte sie. "Er schaut wie ein junger Mann aus, aber er ist 42 Jahre alt. Rubens ist ein wunderbarere Mensch." Ich dachte: "Was? Dieser Mann ist etwa so alt wie ich?"

Etwa um ein Uhr mittags erschienen Rubens und seine Frau. Ich folgte ihm in das Behandlungszimmer und kam gerade recht, um zu sehen, wie er in seinem Klappstuhl Platz nahm. Er drehte sich um, erkannte mich und gab mir die Hand. "Vielen Dank, dass du wiedergekommen bist", sagte er. "Es gibt etwas Interessantes, das ich dir zeigen möchte." Während er sprach, nahm er seine Brille ab und reichte sie mir. Ich sah durch sie hindurch. Alles erschien verschwommen, weil sie so dick war. "Wie du siehst, bin ich absolut kurzsichtig wegen einer Hornhautverkrümmung", sagte er. "Ohne diese Brille bin ich praktisch blind. Ich kann überhaupt nichts sehen. Aber wenn ich Dr. Fritz bin, kann ich alles ohne Brille sehen. Innen und außen. Die Erklärung ist: Ich kann es nicht erklären. Er weiß warum. Ich weiß gar nichts darüber."

Ich begleitete Dr. Fritz an diesem Tag und beobachtete, wie er diejenigen behandelte, die ernsthafter krank waren, wie Patienten im Rollstuhl. Es gab alle Arten von Krankheiten: Kinder mit missgebildeten Beinen, ein alter Mann mit Elephantiasis, dessen Bein aussah wie ein unförmiger Reifen, eine Frau im mittleren Alter, die eine eiternde Wunde an ihrer Brust hatte, vielleicht Brustkrebs im Endstadium. Die Symptome mancher Patienten waren so schwer, dass ich meinen Kopf abwenden musste. Ich musste mir mehrmals sagen, dass ich der Realität ins Auge blicken und alles genau beobachten müsse. Ich muss gestehen, dass ich zu den Menschen gehöre, die Krankenhäuser nicht ertragen können.

Ich versuchte, näher an Dr. Fritz heranzutreten. Er sprach mit einem älteren, distinguierten Mann in einem Rollstuhl, hinter dem ein junger, klug aussehender Mann stand, vielleicht sein Sohn. Dr. Fritz benutzte eine längere Nadel als gewöhnlich, wenn er Injektionen verabreichte. Er steckte die Nadel zweimal tief in die Wirbelsäule des Mannes. Da der alte Mann ein wenig Englisch sprach, schlüpfte ich in die Rolle eines Journalisten und beschloss, diese beiden zu interviewen.

"Ich bin Anwalt in Rio de Janeiro", erzählte mir der ältere Mann. "Heute ist es das erste Mal", sagte er. "Ich habe seit sechs Monaten Wirbelsäulenkrebs und war in allen großen und bekannten Kliniken in Rio. Aber alle Ärzte dort sagten mir, dass sie trotz der modernen westlichen Medizin nichts für mich tun könnten. Es sei schon zu spät. Im Moment kann ich gar nicht mehr schlafen. Nicht einmal mit Morphiumspritzen, die ich dreimal täglich bekomme. Ein Freund hat mir Dr. Fritz empfohlen. Deshalb bin ich heute hergekommen."
"Worüber haben Sie mit Dr. Fritz gesprochen?", fragte ich. "Ich habe kurz meine Symptome beschrieben. Dr. Fritz sagte mir, dass er heute irgendwie erst einmal den Schmerz stoppen könnte. Er bat mich jedoch, in drei Tagen noch einmal zu kommen und die Röntgenbilder mitzubringen. Dann will er entscheiden, ob er mich operiert oder nicht."
Ich war irgendwie ein bisschen enttäuscht. Nun hatte ich endlich jemanden gefunden, den ich interviewen konnte, aber er war kein Beispiel für eine Sofortheilung. Jedoch hatte er gesagt, dass er in drei Tagen wiederkommen würde, also an meinem letzten Tag in Rio. Daher sagte ich: "Vielen Dank. Ich werde in drei Tagen ebenfalls hier sein. Dann treffen wir uns wieder. Auf Wiedersehen."

Dr. Fritz behandelte die Leute rund zehn Stunden lang ohne Pause. Manchmal trank er ein wenig Saft, der ihm von einer Schwester gebracht wurde. Am späten Abend, als sein Körper schon sehr ermüdet war, spritzte er sich etwas von der braunen Flüssigkeit in seinen Nacken. Es schien ihm wieder die nötige Energie zu geben um weiter zu machen.

An diesem Tag begegnete ich einem älteren Herrn namens Eduardo, der fließend Englisch sprach. Er erzählte mir seine Erlebnisse mit Dr. Fritz, die mich an meinem Verstand zweifeln ließen, meine Vernunft in Frage stellten und alle meine Klischees durcheinander brachten. Hier ist seine Geschichte: Eduardos Geschäfte in New York expandierten Jahr für Jahr. Sie brachten ihm Stress und Frustration. Er erkrankte gleichzeitig an Magen- und Knochenmarkkrebs. Die New Yorker Ärzte hatten ihn schon aufgegeben. Er entschied: "Wenn ich schon sterbe, dann will ich wenigstens in meinem Heimatland sterben." und kehrte vor einem Jahr nach Brasilien zurück. Dann hörte er Gerüchte über Dr. Fritz. Er glaubte den Gerüchten zwar nicht, aber er wollte dem Mann eine Chance geben. "In zwei Monaten operierte Dr. Fritz mich viermal", sagte er. "Ich habe wieder viel Energie bekommen. Als ich nach New York zurückkehrte, ließ ich mich in einem Krankenhaus gründlich untersuchen. Sie stellten fest, dass sowohl der Magenkrebs als auch der Knochenmarkkrebs komplett geheilt waren. Natürlich war mein Hausarzt total überrascht. Er konnte es gar nicht glauben."

Ich fragte: "Stimmt es, dass Dr. Fritz keine Betäubung verwendet, wenn er operiert?" "Ja", sagte Eduardo. "Bei meiner ersten Operation begann Dr. Fritz, meinen Körper ohne Vorwarnung aufzuschneiden. Aber merkwürdigerweise fühlte ich überhaupt keinen Schmerz. Wir haben während der Operation eher unsere Späße getrieben und eine Menge gelacht." Er zog vorn sein Hemd hoch und zeigte mir nicht ohne Stolz einige seiner Operationsnarben.

Auf einmal erinnerte ich mich an etwas, das ich schon seit zwei Tagen fragen wollte. Ich flüsterte Eduardo zu: "Sie müssten doch eigentlich wissen, was diese dunkelbraune Flüssigkeit in den Spritzen ist, oder?" Aber er sagte nur: "Dr. Fritz ist sehr empfindlich gegenüber Reden und Geräuschen." Er nahm mich an der Hand und führte mich aus dem Raum. Dort erzählte er: "Ich habe gehört. Dass ein amerikanischer Wissenschaftler sehr wissbegierig war bezüglich dieser braunen Flüssigkeit. Er brachte es in ein NASA-Labor und ließ es dort testen. Die fanden heraus, dass es eine Mischung von Alkohol, Jod und Terpentin war."
"Was?", sagte ich laut, "Terpentin?!" Vor vielen Jahren hatte ich einen Malereibetrieb in Berkeley, Kalifornien. Da verwandte ich Terpentin als Lösungsmittel für Ölfarben. Für mich ist Terpentin auch ein stark riechender Farbverdünner. Es stünde gänzlich außer Frage, so etwas auch nur in den Mund zu nehmen. Eine Injektion in den Körper käme einem Selbstmord gleich.
Eduardo sagte mir ruhig: "Ja, es ist Terpentin. Wenn natürlich ein normaler Arzt es verwenden würde, wäre es tödlich. Es muss Ihnen aber klar sein, dass Dr. Fritz mit einer höheren Sphäre des Universums verbunden ist, jenseits dessen, was normale Menschen erfassen können. Offensichtlich benutzt er dabei eine hoch entwickelte Technologie. Dr. Fritz erzählte mir, dass seine Mixtur die 60 Billionen Zellen des Körpers durchsucht, die Moleküle der kranken Zellen findet und sie in ihre Grundbausteine aufspaltet, wenn sie in den Körper gespritzt wird. Danach kann er diese Grundbausteine wieder zu gesunden Molekülen zusammensetzen und daraus gesunde Zellen bilden. Dann findet eine Heilung statt. So hat er es erklärt."
Ich versuchte, mir ins Gedächtnis zu rufen, was ich in der Schule gelernt hatte. Ich erinnerte mich daran, dass Stoffe aus Molekülen bestehen, welche wiederum aus Atomen zusammengesetzt sind. Atome bestehen aus Elektronen, die mit riesiger Geschwindigkeit um den Atomkern kreisen. Dieser ist zusammengesetzt aus Protonen und Neutronen. Uff! Ich wurde ziemlich konfus. Ehrlich gesagt, hatte ich das nicht verstanden.

Also gab ich meine Überlegungen auf und fragte Eduardo was ich ihn schon zuvor fragen wollte: "Ich habe beobachtet, dass sie die gleichen Spritzen mehrfach und den ganzen Tag lang ohne Sterilisation verwenden. Sie füllen sie nur immer mit dieser braunen Flüssigkeit auf. Ich habe ein bisschen Bedenken, dass sich auf diese Weise durch verschmutzte Nadeln Infektionen ausbreiten könnten. Was glauben Sie?"
"Heutzutage benutzt die westliche Medizin neben Desinfektionsmitteln und Bakteriziden auch Ultraviolettstrahlen, um chirurgisches Besteck zu sterilisieren. Vielleicht ist es leichter für Sie zu verstehen, wenn Sie sich vorstellen, dass Dr. Fritz effizientere Strahlen als Ultraviolettstrahlen benutzt, solche, die noch besser als diese sterilisieren können. Tatsache ist, dass 350 000 Patienten inzwischen von Dr. Fritz behandelt wurden und es noch keinen einzigen Fall einer Infektion gab."

Ich hörte seinen Erklärungen zu und wurde langsam müde. Mein Verstand war nicht mehr in der Lage, diese Information zu verdauen. Sie lag über meiner Auffassungsgabe. "In Ordnung", sagte ich. "Aber warum fühlen die Menschen keine Schmerzen, wenn er ohne Betäubung operiert?"
"Das verstehe ich auch nicht so richtig", antwortete er. "Aber ich habe gehört, dass Dr. Fritz die Gehirnwellen seiner Patienten manipulieren und elektromagnetische Wellen in den Körper der Patienten leiten kann. Ebenso geschieht das Dr.Fritz-Phänomen nicht nur durch einen Geist. Hinter seinem Geist sind etwa dreitausend andere Geister von Ärzten und Schwestern präsent, die sich gegenseitig helfen. Das heißt, die Geister von anderen Ärzten stellen die Diagnose, bevor die Patienten von Dr. Fritz behandelt werden. Dann sagt ein Arzt Dr. Fritz, welcher Körperteil krank ist und welche Menge der Flüssigkeit wohin gespritzt werden muss. Darum kann Dr. Fritz tausend Patienten am Tag so effizient behandeln."

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Keine Betäubung, keine Schmerzen, kein Blut

29. Mai

Da heute ein Fernsehteam Aufnahmen machen sollte, hatte auch ich meine Kamera und acht Filme mitgebracht. Als ich im Haupt-Behandlungsraum einige Fotos schoss, sah ich den älteren Anwalt, mit dem ich vor drei Tagen gesprochen hatte. Heute jedoch saß er auf einem ganz normalen Klappstuhl wie alle anderen auch. Ich erinnerte mich daran, wie blass und gequält er vor drei Tagen ausgesehen hatte, aber heute schienen die Lebensgeister und Frieden in ihn zurückgekehrt zu sein.
Ich sagte zu ihm: "Sie sehen wirklich gut aus heute. Wie fühlen Sie sich?" Mit ruhiger Stimme antwortete er: "Ich hatte Ihnen ja bereits gesagt, dass ich trotz dreier Morphiumspritzen täglich mein Rücken so sehr schmerzte, dass ich nicht schlafen konnte, bevor ich hierher kam. Aber seit mir Dr. Fritz diese braune Flüssigkeit gespritzt hatte, ist der Schmerz irgendwie verschwunden. Daher habe ich gestern das Morphium abgesetzt."

In diesem Moment kam Dr. Fritz in den Haupt-Behandlungsraum. Er war mit den Behandlungen in dem kleineren Raum fertig. Sofort verstummten die rund zweihundert Patienten, die dort versammelt waren. Ich beendete meine Unterhaltung mit dem Anwalt, ging zu Dr. Fritz und fotografierte, wie er die Menschen behandelte. Nach etwa 30 Minuten war der Anwalt an der Reihe. Er gab Dr. Fritz diverse Röntgenbilder, der sie gegen die Neonröhren an der Decke hielt. Als er sich die Röntgenbilder nah vor die Augen hielt, sagte er einige Worte auf Portugiesisch, und der Anwalt nickte ein paar mal. Dann nahm Dr. Fritz eine besonders lange Nadel und trieb sie an zwei unterschiedlichen Punkten zwischen die Wirbel.
Nach der Behandlung fragte ich den Anwalt: "Würden Sie mir sagen, was Dr. Fritz zu Ihnen gesagt hat?" Diesmal antwortete sein Sohn: "Dr. Fritz sagte, dass mein Vater nächste Woche operiert wird. Es gibt berechtigte Hoffnung auf eine vollständige Heilung."

Während der Dreharbeiten des brasilianischen TV Senders TV Globo wurde ein junger Mann in einem Rollstuhl herangefahren. Eine Kugel hatte seinen Hals getroffen und befand sich an einem sehr kritischen Ort in der Nähe vieler Nerven. Es bestand große Gefahr, dass er durch eine Operation gelähmt werden könnte. Deswegen hatte der Arzt im Krankenhaus es abgelehnt, ihn zu operieren. Nachdem es mir am Vortag gestattet worden war, begleitete ich den jungen Mann in den angrenzenden Operationssaal. Er war kleiner als ich erwartet hatte. Lang und schmal mit weißen Wänden. Sechs einfache Metallbetten standen sehr dicht beieinander, und auf jedem Bett lag ein schwerkranker Patient.

Dr. Fritz begann die Operation an dem jungen Mann, während dieser im Rollstuhl sitzen blieb. Ich hatte davon schon viele Male gehört, aber nun sah ich, dass Dr. Fritz vor der Operation keine Betäubungsmittel verabreicht hatte. In seiner linken Hand hielt er ein Skalpell, in seiner rechten ein Messer aus Chirurgenstahl. Dann begann er, mit dem Heft des Messers auf das Skalpell zu klopfen, wodurch ein etwa fünf Zentimeter langer Schnitt am Hals des Patienten entstand. Die Szene erinnerte mich an einen Bildhauer, der an einer hölzernen Buddha-Statue arbeitete. Obwohl Haut und Muskeln durchtrennt waren, floss kaum Blut aus dieser offenen Wunde. Das wenige Blut, das am Schnitt austrat, wurde sofort von einer Schwester mit etwas Gaze abgetupft. Dr. Fritz nahm ein längeres Skalpell, fuhr damit tief in den Hals des jungen Mannes und bewegte es auf und ab. Während der Operation interviewte der Fernsehmoderator Domingo den jungen Mann weiter. Ich konnte auf seinem Gesicht nichts entdecken, was darauf hingedeutet hätte, dass er Schmerzen empfand. Dr. Fritz riss sogar ein paar Witze, und alle lachten. Dr. Fritz nahm nun eine Pinzette zur Hand und schob sie tief in den Hals des Patienten. Schließlich holte er ein schwarzes Projektil heraus, das über einen Zentimeter lang war. Es glänzte vor Blut in den Scheinwerfern. Das Fernsehteam brach in Jubel aus. Wenn ich sagen würde, dass diese Operationen über die Grenzen des menschlichen Wissen hinausgegangen wäre und für mich die Existenz Gottes bewiesen hätte, wäre das eine Übertreibung. Aber ich hatte auf einmal das Gefühl, zu wissen, dass es eine Art höhere Energieform gibt.

In diesem Moment nähte eine Schwester die Wunde am Hals des jungen Mannes zu, und eine weitere Operation hatte bereits begonnen. Der Patient war ein Mann im mittleren Alter mit einem Bandscheibenvorfall. Wieder benutzte Dr. Fritz das Skalpell und das Heft des Messers aus rostfreiem Stahl, um einen etwa sieben Zentimeter langen Schnitt entlang der Wirbel des Mannes zu auszuführen. Auch hier wurde keine Anästhesie eingesetzt. Diesmal versuchte ich, genauer auf den Schnitt zu achten. Denn ich dachte, es wäre meine Pflicht, nicht wegzuschauen und mir kein Detail entgehen zu lassen. Mit meinen geringen medizinischen Kenntnissen erinnerte ich mich daran, dass die Gegend um die Bandscheiben im unteren Bereich der Wirbelsäule besonders empfindlich und nervenreich ist. Als Dr. Fritz mit dem Schnitt begann, konnte ich die Fettschicht und die roten Muskeln unter der Haut sehen. Obwohl es schrecklich schmerzhaft erschien, zeigte das Gesicht des Patienten wiederum kein Zeichen von Unbehagen. Hier wurde ein menschlicher Körper vor meinen Augen ohne den Einsatz von Narkotika geöffnet.

Im Nachbarraum fand ich zwanzig Patienten vor. Einige hatten einen Verband über einem Auge. Ich befragte eine junge Schwester zu ihnen, und sie erklärte mir, dass sie alle Grauen Star hätten und wegen einer Operation gekommen seien. Ich hatte gehört, dass eine entsprechende Operation anspruchsvoll sei und die volle Aufmerksamkeit des Operateurs verlange. Also fragte ich mich, wie viel Zeit Dr. Fritz wohl bei jedem Patienten verbringen würde, als er in den Raum trat. Ich sah auf meine Uhr.
Ich beobachtete ungläubig, wie Dr. Fritz mit unglaublicher Geschwindigkeit von einem Patienten zum nächsten sprang. Mit dem Skalpell in der rechten Hand operierte er immer nur ein Auge. Danach erhielt der Patient eine Bandage über dem Auge und ging einfach nach Hause. Dr. Fritz benutzte für alle zwanzig Operationen das gleiche Skalpell. Vielleicht war es von einem Engel sterilisiert oder von Gott desinfiziert. Das wäre eine Erklärung dafür, dass von diesem Krankenhaus keine Infektionen bekannt sind. Als Dr. Fritz fertig war, schaute ich erneut auf meine Armbanduhr und war überrascht, dass er für alle zwanzig Operationen weniger als zwanzig Minuten gebraucht hatte. Wenn es die Kategorie "Grauer-Star-Schnell-Operieren" im Guiness-Buch der Rekorde geben würde, so würde Dr. Fritz gewiss den Rekord halten.

Später traf ich mich in einem Restaurant mit dem Filmregisseur David Sonnenschein und Dr. Stephen Larsen, Psychologe und Gründer des Symbolic Studies Center in New York.
Nach dem Essen hatte ich Gelegenheit mit Ihnen über das Dr. Fritz-Phänomen zu sprechen. Auf dem Heimweg erzählte mir David von Christopher Reeve: "Du weißt, dass er einen Reitunfall hatte, bei dem sein Rückenmark ernsthaft verletzt wurde. Er wäre nach dem Unfall beinahe gestorben, aber er wurde durch die neuste Medizintechnik gerettet, die die moderne Wissenschaft zu bieten hat. Heute hat er einen Titanstift in der Form eines Krocketschlägers in seiner Wirbelsäule. Irgendwie hatte Christopher Reeve Gerüchte über Dr. Fritz gehört und jemanden gebeten zu erkunden, ob er ihn operieren könnte. Als ich vor einigen Tagen mit Rubens sprach, erzählte er, dass Dr. Fritz gesagt hätte: 'Herr Reeve hat eine sehr schwere Verletzung der Wirbelsäule. Eine komplette Heilung ist daher nicht möglich. Aber ich könnte ihn wieder so herstellen, dass er in der Lage wäre, an Krücken zu gehen.'"

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Der letzte Besuch

18. September

Seit meiner Rückkehr aus Brasilien waren drei Monate vergangen.
Leider war auf meiner Rückreise von Brasilien nach Boulder mein Adressbuch mit allen meinen Telefonnummern verloren gegangen. Daher konnte ich seit Juni weder mit Rubens noch mit David Kontakt aufnehmen.

An diesem Nachmittag packte ich gerade meine Reisetasche, da ich geschäftlich nach Japan reisen würde, als es an der Tür klingelte. Es war der Postbote mit einem Paket. Als ich es öffnete und sah, dass das Dr. Fritz-Video darin war, hätte ich den Postboten küssen können. Der Zeitpunkt war perfekt. Wie der Blitz schloss ich alle Jalousien, rückte meinen Stuhl vor den Fernseher und stellte den Videorecorder an.
Dieses neunzigminütige Video könnte sehr überzeugend sein für Leute, die der Geisteschirurgie mit Skepsis begegnen, genauso wie die Menschen im 16. Jahrhundert skeptisch gegenüber dem kopernikanischen Weltbild waren. Ich war von jeder Szene aufs neue fasziniert. Und das, obwohl ich dachte, ich wüsste schon viel über das Dr. Fritz-Phänomen. Wenn sensible Menschen die ersten zehn Minuten mit den schrecklichen Operationsszenen sehen, könnten sie vielleicht in Ohnmacht fallen. Es ist nicht einfach zu sehen, wie Dr. Fritz Hirnoperationen ausführt, einen bösartigen Tumor entfernt oder eine Schere zwischen Augenlid und Augapfel eines Patienten sticht. In dem Video sprechen viele Menschen über ihre Erwartungen, zeigen Röntgenbilder vor und nach der Operation durch Dr. Fritz. Eine Frau, die gerade am Gehirn operiert wird, spricht während der Operation. "Mit tut nichts weh." Danach sagt sie: "Dr. Fritz hat im Dezember und Januar sechs Hirntumoren operiert. Zuerst hat er einen, später die anderen fünf entfernt. Ich hatte seit meiner Kindheit schreckliche Kopfschmerzen. Nach der ersten Operation verspürte ich bereits eine Verbesserung um 80 Prozent. Jetzt habe ich keine Kopfschmerzen mehr. Die Tumoren hatten sich als bösartig herausgestellt."
Ein alter Mann steht vor der Klinik und sagt: "Ich hatte eine verstopfte Herzarterie, hohen Blutdruck und hohe Cholesterinwerte. Ich konnte nicht einmal das Haus verlassen und 100 Meter laufen. Gar nichts. Ich arbeite auf einer Farm, reite und mache alles. Vorher war ich wie eine wandelnde Leiche. Aber jetzt geht es mir gut."
Ein Mann hält Röntgenbilder in die Kamera und sagt: "Ultraschallbilder unseres Sohnes im Mutterleib zeigten, dass seine Blase und die Nieren vergrößert waren. Bei einer notwendigen Operation hätte er seine Nieren verlieren können. Wir kamen direkt zu Dr. Fritz, der ihn behandelt hat. Nun ist er gesund und braucht keine Operation mehr. Gott segne Dr. Fritz.!"
Die Ärztin Neuci Goncalves verweist in ihrem Sprechzimmer auf die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen und sagt: "Das ist der Test CA15.3, um Brustkrebs nachzuweisen. Bei der ersten Untersuchung ergaben sich 139 Einheiten. Normal ist unter 30. Sechs Monate nach der Behandlung durch Dr. Fritz ergab ein neuer Test eine Absenkung von 139 auf 25 Einheiten, was im Normalbereich liegt. Das ist also ein wissenschaftlicher, handfester Beweis dafür, dass Geistheilung funktioniert."

In dem Video erklärt Rubens, wie er seine geistigen Fähigkeiten entdeckte, wobei er sich zunächst an seine Zeit als Computeringenieur kurz nach seinem Abschluss an einer technischen Fachschule erinnert: "1983 war ich frisch verheiratet, und meine Frau war Spiritistin. Eines Tages sagte sie zu mir: 'Komm, wir gehen zu einem spiritistischen Treffen bei einer Freundin.' Dort setzte ich mich mit an den Tisch, wo die Seance stattfand. Im selben Augenblick wurde mir schwindelig und übel. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Ich glaube, ich fiel in Ohnmacht, aber darüber bin ich mir auch heute nicht sicher. Nach ungefähr 40 Minuten hatte ich das Bewusstsein wieder erlangt, und die Tochter der Freundin hatte einen dicken Turban von Handtüchern um den Kopf.
Ich kam langsam zu mir und fragte: 'Was ist los?‘ Alle schauten mich ganz ruhig an, und sie sagte: 'Ein Jenseits-Arzt kam und hat meine Tochter mit einer Rasierklinge operiert.‘ Ich schaute die blutige Rasierklinge an, die auf dem Tisch lag und sagte, dass ich nicht glauben könne, dass ich das gewesen sein sollte. 'Doch, du warst es wirklich' Ein paar Tage später ging sie zu einem Arzt, der ihr bestätigte, dass die eine außerordentlich gute Staroperation gehabt hätte und vom Grauen Star nichts mehr zu finden sei." Rubens war anschließend sicher, dass er von Dr. Fritz‘ Geist ausgewählt worden war. Er begann, sich mit dem Spiritismus, der Transzendentalen Psychologie und Umbanda zu befassen, um zu verstehen, was mit ihm geschehen war. Aber er konnte in der physischen Welt keine Antwort finden. Es war eine Frage, auf die er nur eine Antwort finden konnte, indem er tief in die metaphysische Welt eindrang.

Als Rubens kleine Tochter schwer erkrankte betete er zu Dr. Fritz um Hilfe und dieser rettete seine Tochter. Daraufhin ließ er alles andere sausen: Beruf, Karriere und sein Geschäft und beschloss, diesen Weg zu gehen.
Rubens spricht auch über die Mission von Dr. Fritz: "Ich glaube, ein Teil des Auftrages von Dr. Fritz ist, den Menschen ein neues Verständnis vom Inhalt des Lebens, ihres wirklichen Lebens zu vermitteln. Krishnamurti sagt: 'Es gibt einen großen Unterschied zwischen leben und das Leben erfahren.‘ Fritz möchte, dass man sein Leben erfährt, so dass man sich neue Maximen dafür setzt und einem klar wird, warum man lebt."

Eines der beeindruckendsten Dinge am Dr. Fritz-Phänomen ist, dass bisher keine Behandlungsfehler aufgetreten sind und in diesem verlassenen Lagerhaus die medizinischen Instrumente nicht sterilisiert werden. Wie Eduardo sagte, gibt es keinen einzigen Bericht über eine Ansteckung oder eine Infektion in diesem Gebäude.

Dr. Fritz erklärt auch, warum Operationen ohne Anästhesie möglich sind: "Ich verwende keine materielle Medizin, sondern Astral-Medizin. Ich benutze meine spirituelle Energie. Wenn man die Gehirnwellen aufzeichnet, sieht man, dass meine und die des Patienten sehr nah beieinander liegen und die gleiche Frequenz haben. Das ist die Theta-Welle. Dann kann ich die Freisetzung chemischer Stoffe im Körper des Patienten fördern, die auch als Neurotransmitter bekannt sind, genauer gesagt, Endorphine. Hierbei ist der Glaube ein besonderer Faktor. Glaube hat einen mystischen, esoterischen und einen energetischen Aspekt. Wenn man in der Lage ist, den letztgenannten Aspekt zu nutzen, werden mehr Sopamine und Endorphine freigesetzt. Alle diese chemischen Verbindungen erhöhen das Energieniveau im Kopf."

In dem Video erzählt Rubens auch von seiner eigenen Operation: 'Er hieß mich auf den Operationstisch legen und hatte einen Arzt zum Assistieren. Er sagte, er würde nun den Krebs entfernen. Ich fühlte nichts, keinen Schmerz, es blutete nicht. Alles war in Ordnung. Später, als ich wieder bei Bewusstsein war, war ich richtig sauer, dass er mich nicht gewarnt hatte, denn ich hasse Operationen. Ich sah die Gaze und fragte: "War das alles?‘ 'Erinnerst du dich, was du hattest?‘ 'Ja, und?‘ 'Er hat es weggemacht.‘ Ich sah die Operationsnarbe, und das war alles. Es hat elf Jahre gedauert, bis Dr. Fritz als Arzt etwas für mich getan hat."

Werfen wir einen Blick auf die Geschichte von Dr. Fritz. Forschern zufolge wurde er in Deutschland, in München geboren. Er studierte Medizin in Polen, wurde Militärarzt und starb 1915 in Estland bei einer Granatenexplosion im Ersten Weltkrieg. Die erste Person, die den Geist von Dr. Fritz gechannelt haben soll, war ein junger, ungebildeter Bauer mit dem Namen Zé Arigó. Im Jahre 1947 begann Arigó eines Tages heftige Anfälle zu bekommen, in denen er deutsch sprach und Rezepte für Medikamente ausstellte, die den Kranken tatsächlich halfen. Später, im Jahre 1950, operierte er gänzlich unerwartet einen befreundeten Senator und entfernte dessen Lungenkrebs, indem er ein rostiges Messer und eine stumpfe Schere benutzte. Die Operation war erfolgreich, und die Nachricht machte bald in ganz Brasilien die Runde. Arigó behandelte mehrere Hunderttausend Patienten.
1971 kam Arigó bei einem plötzlichen Autounfall ums Leben. Jedoch hatte ihm Dr. Fritz einen Monat zuvor seinen Tod vorausgesagt. Die nächste Person nach Arigó, die den Geist von Dr. Fritz channelte, war Oscar Wilde, der damit 1975 begann. Oscar operierte wie Arigó mit einem Messer und ohne Betäubung.
Nachdem er viele Jahre als Dr. Fritz fleißig gewesen war, starb Wilde ebenfalls bei einem Verkehrsunfall. Danach begann Wildes jüngerer Bruder, Edvaldo, den Geist von Dr. Fritz zu channeln und Kranke zu behandeln. Merkwürdigerweise kam auch Edvaldo ein paar Jahre später bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Danach wurde 1980 ein Gynäkologe, Dr. Edson Queiroz, der Channeler von Dr. Fritz. Als Dr. Fritz nahm Queiroz Operationen an 13.848 Patienten in drei Jahren vor. Er behandelte alle umsonst. Dann ereilte auch ihn das grausame Schicksal der Channeler von Dr. Fritz. Dr. Queiroz starb durch die Kugeln eines ehemaligen Angestellten.
Es ist erschreckend, dass Rubens bereits jetzt das Datum seines ungewöhnlichen und unnatürlichen Todes kennt.

Als ich mir das Video anschaute, begann in mir der Gedanke zu reifen, noch einmal nach Rio de Janeiro zu fliegen und noch einige weitere Nachforschungen anzustellen. Dann könnte ich über das Dr. Fritz-Phänomen schreiben und die Botschaft von Dr. Fritz der Menschheit mitteilen.
Sobald ich meine Geschäfte in Japan erfolgreich abgeschlossen hatte, wollte ich Dr. Fritz wieder sehen.

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Vom Discovery Channel entdeckt

25. November

Ich flog gemeinsam mit meiner Freundin Kaori, die auf dem Gebiet der Transpersonalen Astrologie arbeitet und Co-Autorin meiner beiden letzten Bücher auf japanisch ist, nach Rio de Janeiro. Während Kaori sich erst einmal ausruhte, beschloss ich, sofort ein Taxi zum alten Lagerhaus zu nehmen. Ich kam kurz nach Mittag an. Dort traf ich auf ein Fernsehteam, das vom Discovery Channel beauftragt worden war. Dies war ihr letzter Drehtag.
Der Discovery Channel ist mit seinen faszinierenden Wissenschaftssendungen mein Lieblingssender im Kabelfernsehen. Die Redakteurin sagte zu mir: "Unter den verschiedenen Geistheilern hat Rubens - oder Dr. Fritz - die modernste Technik der heutigen Welt, glaube ich. Wir konnten erstaunliche Dinge filmen, wirklich bedeutendes Material. Wir sind alle sehr zufrieden mit unserem Besuch."

Als Rubens wie gewohnt seine rechte Hand über beide Augen legte und in Trance fiel, erinnerte mich, wie in Davids Video meine Frage beantwortet wird, welches Gefühl Rubens hat, wenn er sich mit Dr. Fritz verbindet: "Wenn er da ist, übernimmt er meinen Körper", sagt Rubens in dem Video. "Es ist als ob man in ein kaltes Becken steigt und den ganzen Körper allmählich untertaucht bis nichts mehr da ist. Und - buff - dann kommt er und arbeitet. Mit ist als würde ich durch eine Art Tunnel gehen, und am Ende des Tunnels ist ein helles Licht. Aber es ist ein gutes Gefühl, kein schlechtes. Ich bin ruhig. Immer, wenn er kommt, sehe ich, wie ich meinen Körper verlasse und nach oben steige. Ich bin hier oben, und mein Körper ist dort unten. Ich kann Dr. Fritz nicht sehen. Was ich sehe, ist ein helles Licht, das in meinen Körper fährt und sich dort ausbreitet. Dann gehe ich weg, weiter und weiter."
Dr. Fritz hat sich auch darüber geäußert, wie es ist, in Rubens‘ Körper zu kommen: "Wenn ich in seinen Körper fahre, ist es unangenehm, weil es ein kleiner Körper ist. Nicht speziell er, jeder Körper ist klein. Um diese Energie zu erreichen, muss man miteinander verschmelzen. Ich muss die Frequenzen seiner Hirnwellen mit meinen verbinden, und zwar schnell. Darum wird ihm so schwindelig. Es ist, als wenn man von einer anderen Person übernommen wird. Man geht, jemand anders kommt, und man hat seine Identität verloren."

Unter den hellen Scheinwerfern des Fernsehteams und bei laufenden Mikrophonen hatte Dr. Fritz bereits einige Patienten ohne weitere Schwierigkeiten operiert. Dann ging es an die letzte große Operation an diesem Tag. Es war eine ältere Frau, die einen schlimmen Hirntumor hatte.
Zuerst rasierte Dr. Fritz das Haar über ihrem rechten Ohr ab. Dann schnitt er mit einem Skalpell die Haut auf, indem er mit dem Griff eines Messers aus Chirurgenstahl darauf klopfte - wie immer ohne Betäubung. Ich sah, wie er über ihrem Ohr einen etwa sieben Zentimeter langen Schnitt anbrachte. Er sagte auf Englisch: "Nun werde ich hier ein Loch in den Schädel bohren. Den Bohrer bitte." Der Assistent gab Dr. Fritz eine Art Zahnarzt-Bohrer, nur größer. Er schob den Bohrer in den Schnitt und begann, um in den Schädel der Frau zu bohren. Zwei junge Männer, die auf beiden Seiten des Bettes standen, sahen sehr ängstlich aus. Ich erfuhr, dass sie die Söhne der Frau waren. Einer half, indem er den Kopf eines elektrischen Absaugers etwa dort hinhielt, wo Dr. Fritz bohrte, um das Blut zu entfernen. Er war der jüngere von beiden und von Beruf Kinderarzt. Während das Loch in ihren Kopf gebohrt wurde, sprach die Patientin mit schwacher Stimme mit ihren Söhnen. Soweit ich sehen konnte, zeigte sie keine Anzeichen von Schmerzen. Das Filmteam stand nah am Kopf der Patientin von Dr. Fritz. Ich stand zu ihren Füßen, so dass ich nicht in den Schädel schauen konnte. Dr. Fritz nahm eine sehr lange Kanüle, etwa zwölf bis 15 Zentimeter lang, und steckte sie durch das Loch, das er gebohrt hatte, in ihren Kopf. Als er die spritze aufzog, füllte sie sich mit irgend etwas, und ich fragte mich, ob das Krebszellen sind oder ein Teil des Hirntumors. Die Söhne hielten die Hände ihrer Mutter und schienen zu beten.
Als Dr. Fritz das Gehirn der Frau punktierte, sagte er etwas zu ihr, und sie hob ihr rechtes Bein. Danach sagte er wieder etwas, und sie hob ihr linkes Bein. Ihre Operation währte länger als von irgend jemand anders. Die meisten Operationen von Dr. Fritz dauern etwa fünf Minuten. Aber er brauchte bei ihr fast zwanzig Minuten.
Sobald er fertig war, ging er sofort in die große Halle, um den paar Hundert Patienten dort die Spritzen zu geben. Nach etwa zwanzig Minuten wurden die beiden Söhne von der Redakteurin des Discovery Channels auf dem Parkplatz interviewt. Zuerst beschrieben sie lediglich den Vorgang, aber gegen Ende des Interviews brach der ältere der Brüder plötzlich in Tränen aus. In unbeholfenem Englisch sprudelt es voller Leidenschaft und Emotionen aus ihm heraus: "Ich habe eine Nachricht für alle Menschen auf der Welt: In dieser Klinik von Dr. Fritz ist das Wirken Gottes sichtbar. Ich glaube an Gott, und ich glaube auch an Dr. Fritz. Er hat meine Mutter ohne weitere Kosten operiert. Die Dinge, die hier vor sich gehen, sind weder Magie noch Aberglaube. Hier geschieht jeden Tag ein wirkliches Wunder."
Zu meiner Überraschung kam ihre Mutter zu uns, die sich ja eben einer Hirnoperation unterzogen hatte. Sie wurde von ihrer Tochter begleitet. Ich dachte: "Das gibt es nicht!". Aber als ich den Verband über ihrem Ohr sah, wo sie rasiert war, wusste ich, dass sie es tatsächlich war. "Das ist bemerkenswert. Hier geschieht so etwas wie eine medizinische Revolution."

­26. November

An diesem Tag kam Sergio, ein Helfer der Klinik und erzählte mir seine Geschichte:
"Ich bin 52 Jahre. Und wie Sie sehen können, bin ich ein harter Mann, ein richtiger Mann. Seit ich jung war, habe ich mich viel geprügelt und viele Menschen verletzt. Aber im vergangenen Jahr habe ich ein malignes Sarkom bekommen, einen Tumor an beiden Schultern. Die Ärzte sagten, sie müssten beide Arme amputieren. Selbst dann gäbe es für mich nur eine geringe Chance zu überleben. Ein paar Freunde haben mir dann von Dr. Fritz erzählt. Ich hatte keine andere Wahl. Ich wollte alles versuchen, um meine Arme und mein Leben zu retten. Dr. Fritz untersuchte mich und sagte mir anschließend, dass er mich operieren könne. Es sei aber eine schwierig zu behandelnde Krankheit. Daher müsse ich an die Existenz einer Seele in mir glauben, sonst könnte ich nicht geheilt werden. Dann operierte er mich zwei Mal an meiner rechten Schulter und dreimal an der linken."
Sergio zog sein T-Shirt aus und zeigte mir die Operationsnarben. Ich sah Narben, jeden von ihnen etwa sieben Zentimeter lang, an fünf unterschiedlichen Stellen an seinem Rücken. "Wenn Dr. Fritz mich operierte, gab er mir jedes Mal Anweisungen", fuhr er fort. "Er sagte: 'Sei nicht gewalttätig und aufbrausend. Du musst jemand werden, der zuerst an das Wohl der anderen denkt. Sonst wird diese Krankheit nicht verschwinden.‘ Also betete ich jeden Morgen und jeden Abend aus tiefstem Herzen. Und dann war ich wie durch ein Wunder völlig geheilt. Die Ärzte im Krankenhaus, die mich untersuchten, waren völlig überrascht und nannten es ein Wunder. Aber nicht nur mein Körper wurde von einer Krankheit geheilt. Die Heilung geschah auch in meiner Seele. Bis dahin hatte ich die Menschen gehasst. Ich war eifersüchtig und habe mich immer geprügelt. Nun sind mein Herz und meine Seele ganz anders, wie neu geboren. Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben glücklich. Darum spreche ich über meine Erlebnisse und gebe die Botschaft an andere weiter. Und darum arbeite ich hier auch als Freiwilliger. Ich möchte, dass Sie die Geschichte von meiner geheilten Seele ebenfalls erzählen."

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Der Marathonläufer mit AIDS

28. November

Sao Paulo ist eine Stadt mit einer riesigen Fläche, elf Millionen Einwohnern und vielen Wolkenkratzern. Die Stadt erinnert mich an Los Angeles, außer dass es in Sao Paulo Graffitis ans fast allen Wänden und Gebäuden gibt. Auch hier in Sao Paulo befand sich die Klinik von Dr. Fritz in einer Gegend mit Lagerhäusern.
Gewöhnlich praktizierte Dr. Fritz an fünf Tagen die Woche in Rio de Janeiro, und samstags kam er nach Sao Paulo. Später jedoch hat er seinen Terminplan geändert, so dass er donnerstags und freitags in Sao Paulo arbeitete. Ich hatte gehört, dass der Besitzer ihm das verfallende Lagerhaus kostenlos angeboten hatte, weil er seinen Sohn von einem "unheilbaren" Lungenkrebs geheilt hatte.
Dr. Fritz hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht so lange auch donnerstags die Menschen in Sao Paulo behandelt, so dass vergleichsweise weniger Patienten da waren. Dennoch zählte ich mindestens 400. Alle saßen sehr friedlich auf ihren Stühlen. Diese Klinik machte einen ruhigeren und entspannteren Eindruck als die in Rio de Janeiro.

Die Injektionen dauerten mehrere Stunden an. Dr. Fritz sah entspannter aus. So, als ob es ihm hier mehr Spaß als in der Klinik in Rio machen würde. Vielleicht war es deshalb, weil die Patienten ruhiger waren und sich gesitteter verhielten oder weil es einfach nur weniger waren. Vielleicht war es auch, weil so viele Ärzte ihn eifrig unterstützten. Ich beschloss, mit meinem Aufnahmegerät nach unten zu gehen und einen Mann, der uns auf der Treppe nach oben aufgehalten hatte, zu interviewen.
"Ich heiße Roberto", sagte er. "Ich bin 54 Jahre alt und vor einem halben Jahr wurde bei mir Darmkrebs im Endstadium festgestellt. Ich hatte davor gar keine Schmerzen gehabt, so dass der Krebs erst entdeckt wurde, als es schon zu spät war. Egal in welche Klinik ich auch ging, überall sagten sie mir, dass es für eine Operation zu spät wäre.. Dann habe ich über diese Klinik hier in einer Zeitschrift gelesen. Dr. Fritz hat mich gleich am ersten Tag, als ich hierher gekommen war, operiert. Später untersuchten sie mich in einem normalen Krankenhaus und stellten fest, dass der Krebs völlig geheilt war. Ich wollte mich bei Dr. Fritz revanchieren und habe begonnen, hier zu arbeiten."

Ein paar Minuten später brachte Roberto eine Mutter mit einem kleinen Jungen an Krücken. Ich konnte sehen, dass ein Bein des Kindes offenbar schmerzhaft verkrümmt war. Roberto übersetze, als die Mutter sagte: "Mein Sohn heißt Rafael. Er ist sieben. Und ich heiße Joseli. Rafael leidet seit vielen Jahren an Kinderlähmung. Aber seitdem wir zu Dr. Fritz wegen der Injektionen kommen, geht es ihm schon viel besser. Nächste Woche wird Dr. Fritz seine Knie operieren. Die Ärzte in den Krankenhäusern haben schon vor langer Zeit aufgegeben. Sie sagten, dass es nicht möglich sei zu operieren. Aber Dr. Fritz hat uns gesagt, dass Rafael ohne Krücken laufen können wird."
Ich fragte: "Wie haben Sie von dieser Klinik erfahren?"
"Ich habe von meinem Sohn von Dr. Fritz gehört. Eines Tages sah er im Fernsehen die Nachrichten, in denen Rubens zu sehen war. Plötzlich sagte Rafael: 'Mama, bitte bring mich zu ihm. Dieser Mann wird mein Bein heilen.‘"

Als ich später im Operationsraum ankam, hatte Dr. Fritz schon fünf Patienten operiert. Er war gerade dabei, den Bauch einer korpulenten, europäisch aussehenden Frau im mittleren Alter aufzuschneiden. Dieser Raum war etwa dreimal größer und bedeutend sauberer als sein Pendant in Rio. Aber der größte Unterschied war die Anzahl der offenbar engagierten Ärzte, die freiwillig halfen. Während der Operation beschrieb Dr. Fritz den sechs oder sieben Ärzten, was er gerade tat. Ich konnte fünf Scheren und Klammern sehen, die aus dem Bauch der Patientin herausragten. Dennoch lachte sie, unterhielt sich mit den Ärzten und war bei vollem Bewusstsein.
Dann zog Dr. Fritz mit einer Pinzette ein rotes Stück Fleisch aus dem Bauch der Frau. Die Operation war offensichtlich ein Erfolg, den die Ärzte begannen, laut zu klatschen. Mir erschien es, als feierten wir den Sieg der göttlichen Energie. Während die anderen Ärzte die Frau wieder zunähten, kehrte Dr. Fritz ohne Pause in die Klinik zurück, um weitere hundert Patienten zu spritzen.

Danach bot sich mir noch die Gelegenheit, einen der Ärzte zu interviewen:
"Was ist es, was Sie hier lernen?", fragte ich. "Viele verschiedene Dinge. Aber hauptsächlich Quantenphysik und Quantenpharmazie. Dr. Fritz kann mit seiner universellen Energie die Polarität in der Membran der Großhirnrinde verändern. Darum gibt es auch ohne Anästhesie keinen Schmerz. Wir lernen gerade diese Methode, um diese Technik auch in unserer Klinik auf eine eher wissenschaftliche Weise anzuwenden. Zuerst müssen wir uns selbst trainieren, um unsere Energie auf ein höheres Niveau anzuheben. Das kann man eigentlich bei verschiedenen Meditationen üben.
"Haben Sie einige von Dr. Fritz‘ Fällen wissenschaftlich untersucht?", fragte ich.
"Oh ja. Die Effektivität seiner Behandlungen ist schon oft bewiesen worden. Ich hatte beispielsweise einen Patienten mit schwerem Krebs. Dr. Fritz operierte ihn, und anschließend besserten sich seine Symptome schlagartig. Er wurde mit einer Computertomographie (CT) und einer Magnetresonanztomographie (MRT) untersucht, wobei sich erwies, dass der Krebs vollständig besiegt war."
"Seitdem Sie Dr. Fritz getroffen haben - gibt es da Veränderungen in ihrem persönlichen Leben?" "Die gibt es. Meine Arbeit, meine Familie, mein spirituelles Leben, alles hat sich auf dramatische Weise geändert. Die meisten Menschen leben in der materiellen Welt und sind auf das Geld fixiert. Ich hoffe, dass solche Menschen hierher kommen und die wahre Bedeutung von Leben, Liebe und Mitgefühl erfahren."

Nach dem Interview mit dem Arzt bemerkte ich auf der Toilette einen abgemagerten blassen jungen Mann. Als ich ihn so sah, dachte ich, dass er ein AIDS-Patient sein könnte. Ich sprach ihn an und sagte, dass ich an seiner Geschichte interessiert sei. Er wurde ziemlich aufgeregt und sagte: "Ja, natürlich. Das mache ich gern. Mein Name ist Carlos Anastácio, und ich bin 35 Jahre alt. Vor zwölf Jahren stellte ich fest, dass ich AIDS habe. Im ersten Jahr habe ich viel gelitten und gedacht, dass ich sterben müsste. Aber im zweiten Jahr begann ich eine makrobiotische und vegetarische Diät mit Naturreis, darüber hinaus fing ich mit Meditationen und Kräuteranwendungen an. Mit dieser Therapie ging es mir für die nächsten zehn Jahre besser. Ich überlebte ohne die schwerwiegenden Symptome dieser Krankheit. Vor einem Jahr ging es mir plötzlich schlechter, und ich kam mit einer Hepatitis und einer Darmentzündung ins Krankenhaus. Ich wurde viermal operiert."
"Wie oft waren Sie denn schon hier?"
"Ich glaube, heute bin ich zum achten Mal da. Ich bin mir aber nicht sicher. Die ersten beiden Male kam ich in einem Rollstuhl, der von meinem Vater geschoben wurde. Ich war in ziemlich schlechter Verfassung. Als ich Dr. Fritz zum ersten Mal sah, war mir, als ob seine Energie von einer Art Jesus in einem weißen Doktorkittel käme. Er strahlte ein helles Licht aus, das alle um ihm herum einhüllte."
"Wurden Sie hier auch operiert?"
"Nein, ich bekam nur Injektionen mit dieser magischen braunen Flüssigkeit, von der engstirnige Wissenschaftler behaupten, sie sei Gift."
"Sind Ihre Beschwerden besser geworden, seitdem Sie hierher kommen?"
"Ja, das sind sie. Bevor ich hierher kam, konnte ich nicht einmal allein zur Toilette gehen. Jetzt habe ich viel mehr Energie und weniger Schmerzen. Heute morgen war ich mit meinem Hund für 35 Minuten joggen. Mein aktuelles Ziel ist es, an einem Marathon teilzunehmen. Als Mann, der seit zwölf Jahren AIDS hat, könnte ich 42 Kilometer laufen, um der Welt zu beweisen, was der menschliche Wille bewirken kann und dass alles einen tieferen Sinn hat."

29. November

An diesem Tag kamen wir erst nach vier Uhr nachmittags in der Klinik an. Am Eingang empfing uns Roberto und sagte: "Dr. Fritz hat schon die ersten 200 Patienten behandelt." Ich sah ihm an, dass er erschöpft war. "Sie sehen müde aus", sagte ich. "Geht es Ihnen gut?"
"Gestern Abend hat Dr. Fritz 720 Patienten mit Injektionen behandelt und 17 Operationen durchgeführt", sagte er. "Als wir fertig waren, war es zwei Uhr nachts. Und heute warten so viele Menschen draußen, weil es drinnen einfach keinen Platz mehr gibt." Mit einem Blick sah ich, dass es viel mehr als am Vortag waren. Wir gingen sofort in den Operationsraum. Wieder hatten sich Ärzte um den Operationstisch versammelt, um Dr. Fritz zu helfen.

Nach den Operationen interviewte ich einen Arzt der bei den Operationen assistiert hatte. Er war der älteste der freiwilligen Helfer, und aus der Art, wie alle mit ihm umgingen, schloss ich, dass er hohes Ansehen genoss. Er erzählte: "Ich bin Anästhesist und arbeite in einem Krankenhaus in Santo André. Mein Name ist Dr. Geraldo Madeira, und ich bin gerade 70 geworden." Ich fragte: "Warum arbeiten Sie hier ehrenamtlich?"
"Ich war schwerkrank, hatte Krebs. Der Tumor in meiner Bauchspeicheldrüse hatte auf die anderen inneren Organe übergegriffen. Ich hatte mich aufgegeben und spürte, dass ich nur noch kurze Zeit zu leben hatte. Aber vor einem Monat operierte mich Dr. Fritz, und ich erholte mich wieder. Gestern wurde ich mittels einer Computertomographie gründlich untersucht. Es hat sich erwiesen, dass alle Krebszellen vollständig verschwunden sind." "Erzählen Sie mir über die Operation."
"Ich bin seit über 35 Jahren Anästhesist. Aber ich wurde ohne die Verwendung jeglicher Betäubung operiert. Ich war bei vollem Bewusstsein, und ich war wirklich sehr überrascht. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen. Nun fühle ich mich wie neugeboren. Sowohl in meinem Körper als auch in meinem Herzen."

Als es dunkel wurde, nahm die Zahl der Patienten langsam ab. Dr. Fritz hatte sie mit großer Geschwindigkeit behandelt. Während er den Menschen im Wartezimmer Spritzen gab, ging ich zum dritten mal in den Operationsraum. Dort lagen acht Patienten auf den Betten und warteten auf ihre Operation. Auf der Bettkante eines kleinen Jungen, der am Bein operiert werden sollte, saß sein Vater und war tief in ein Gebet versunken. Auf dem Bett in der Mitte lag eine junge Frau chinesischer Abstammung, deren T-Shirt hochgezogen war, so dass ihr Bauch sichtbar wurde. Ich erinnerte mich an sie, weil ich sie gesehen hatte, wie sie am Vortag als Ehrenamtliche neben Dr. Fritz gearbeitet hatte. In der Ecke lag ein muskulöser junger Mann, der frohgemut und guter Dinge aussah. Eine Schwester rasierte sein Haar über dem rechten Ohr. Er sah nicht gerade krank aus. Ich nahm an, dass er wegen einer Hirnoperation hier war. Nach ein paar Minuten kam Dr. Fritz herein. Er wurde von sechs oder sieben ehrenamtlichen Ärzten begleitet.
Wie gewöhnlich, schnitt er flink an den Patienten herum. Es schien, als würde man einen Gärtner beobachten, der mit einer meisterhaften Technik die Zweige eines Baumes beschnitt. Ich sah, wie er in das Bein des Jungen stach, und einen Moment später war die Operation schon vorüber. Im Gesicht des Vaters zeichnete sich Erleichterung ab. Die junge Chinesin wurde am Bauch aufgeschnitten. Ich machte mir ein wenig Sorgen, als sie das Gesicht verzog und zusammenzuckte, als vier Scheren und zwei Skalpells in den Schnitt gesteckt wurden. Aber der schmerzverzerrte Gesichtsausdruck verschwand nach einigen Minuten, so dass es auch mir besser ging. Der Rest der Operation verlief ruhig.
Dann war ich Zeuge von etwas sehr Überraschendem: Sofort, nachdem die Wunde der jungen Frau vernäht war, stand sie auf, zog ihren Schwesternkittel an, sammelte das Operationsbesteck ein, das gerade noch für ihre Operation verwendet wurde, und ging damit in einen Nebenraum. Ich folgte ihr und sah zu, wie sie die Utensilien abwusch und in ein Sterilisationsbad legte. Vor gerade einmal fünf Minuten war sie operiert worden, und nun arbeitete sie schon wieder als Krankenschwester! Das ging über meinen Verstand.

Als ich in den Operationsraum zurückkam, sah ich, dass Dr. Fritz gerade die Hirnoperation an dem fröhlichen jungen Mann begann. Das schien der Höhepunkt der nächtlichen Operationen zu sein. Die hospitierenden Ärzte schienen plötzlich alle sehr interessiert und versammelten sich um Dr. Fritz, um ihn bei seiner Arbeit zu beobachten. Dieser sah ernsthafter aus als sonst. Er setzte einen etwa sieben Zentimeter langen Schnitt über dem Ohr des jungen Mannes, bat um einen Bohrer und bohrte ein Loch in den Schädel des Patienten. Der junge Mann war bei vollem Bewusstsein und lächelte Kaori und mich an, da wir ihm zu Füßen auf der linken Seite standen. Während Dr. Fritz bohrte, winkte uns der junge Mann ein paar mal zu und machte Faxen, indem er schielte oder die Augen so sehr verdrehte, dass nur noch das Weiße zu sehen war. Ich dachte, ich hätte mich an solche Szenen gewöhnt. Aber ich war immer wieder überrascht. Ich hatte einen Notizblock in meiner Hand und begann, meine Eindrücke aufzuschreiben. Ich schrieb, als ob ich eine Live-Übertragung von der Operation kommentieren müsste. Es ist mir heutzutage ein wenig peinlich wegen der starken Gefühle, die ich in diesem Moment hatte, dennoch zitiere ich hier aus meinen Aufzeichnungen:
Unglaubliche Dinge geschehen gerade. Dr. Fritz hat eine spitze Schere in das Loch im Schädel des Patienten gesteckt und hat begonnen, mit einen Metallstab, den er in seiner rechten Hand hält, kräftig auf den Scherengriff zu hämmern. Obwohl ich spürte, dass mein eigenes Nervensystem kurz vor dem Zusammenbruch war, versuchte ich, mich auf das Gesicht des jungen Mannes zu konzentrieren. Ich sah, dass sein Mund und seine Augen relativ entspannt aussahen. Sein Gesicht zeigte keine Spur von Unannehmlichkeiten oder Schmerzen. Ich habe zwar gehört, dass man im Gehirn irgendwie keine Schmerzen haben könnte, aber Dr. Fritz stach die Schere in das Gehirn des jungen Mannes und klopfte darauf herum als ob er einen Hammer und einen Nagel vor sich hätte.

Dann holte Dr. Fritz eine lange Kanüle hervor und steckte sie tief in das Gehirn des jungen Mannes. Während er die Nadel hinein schob und sie hin- und herbewegte, bat er den jungen Mann, auf englisch zu zählen. Ruhig begann dieser: "One, two, three," Ich bemerkte, dass ich konzentriert zuhörte und dabei betete. Der junge Mann war bei "four" angelangt und sagte dann für eine Weile nichts. Dann fuhr er fort: "seven, eight." Ich war erschrocken und machte mir Sorgen, weil er "five, six" ausgelassen hatte. Auf einmal begannen die Ärzte, die auf der anderen Seite des Kopfes standen, Dr. Fritz zu preisen: "Die Gnade des göttlichen Lichtes kann Jung und Alt heilen. Gelobt sei Dr. Fritz." Und so weiter. Bald darauf wandten auch die anderen ihre Handflächen dem Patienten zu und beteten ebenfalls.
Dann winkte der junge Patient den Ärzten zweimal zu und begann erneut zu zählen. Diesmal zählte er: "One, two, three, four, five, six, seven, eight, nine, ten." ohne inne zu halten. Alle um ihn herum schienen aufzuatmen, beteten jedoch weiter. Nachdem Dr. Fritz ihn dazu aufgefordert hatte, hob der junge Mann sein rechtes Bein und dann sein linkes. Der Patient winkte auch mir und Kaori zu, während wir da standen und für ihn beteten. Dann reckte er plötzlich seine rechte Hand und bildete mit Zeige- und Mittelfinger das Peace-Zeichen. Als er das tat, entfernte Dr. Fritz die Kanüle und nahm ein Skalpell, das er tief in den Kopf steckte und schnell auf und ab bewegte.
Dann sagte Dr. Fritz plötzlich irgend etwas mit lauter Stimme, und alle brachen in Lachen aus. Das Lachen schien von Liebe getragen zu sein. Die Augen aller Ärzte leuchteten, und ich spürte, wie es im Operationsraum heller wurde. Der Arzt, der neben mir stand, flüsterte mir ins Ohr: "Die Operation war ein großer Erfolg. Er hat alle Krebszellen entfernt." Da spürte ich, dass ich das Werk der göttlichen Energie gesehen hatte.
Etwa zehn Minuten später legte eine Schwester etwas Mull auf die Wunde, und der junge Mann stand von seiner Liege auf und umarmte Kaori und mich fest. Er zeigte uns wieder das Peace-Zeichen, und wir machten ein par Fotos zusammen. Währenddessen sagte ich: "Viele Menschen glauben nicht daran, dass solche Dinge geschehen können. Sie sind sehr skeptisch und denken, das sind alles nur Inszenierungen. Daher möchte ich wiederkommen und noch mehr untersuchen. Wenn Sie eine Visitenkarte haben, könnte ich die bitte haben?" Er betastete seine Taschen und sagte: "Oh, ich habe meine Karten im Auto, das im Parkhaus steht. Ich hole sie schnell für Sie." Dann rannte er mit voller Geschwindigkeit zum Parkplatz! Kaori und ich blickten uns erstaunt an. Wir waren sprachlos.
Er kam zurückgerannt mit seiner Visitenkarte in der Hand und gab sie uns. Wir sahen zu, wie er in sein Auto stieg und wegfuhr.

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Ein gehütetes Geheimnis in einem prächtigen Anwesen

1. Dezember

Am frühen Morgen zogen wir uns chic an, weil wir zu einer Sonntagsparty in das stattlichen Anwesen von Cesarina Riso, einer bekannten Persönlichkeit der High Society von Rio de Janeiro, eingeladen waren. Dort trafen wir unerwartet auf David Sonnenschein und wir nutzten die Gelegenheit, weitere Informationen über Dr. Fritz zu erfragen.

"Betrachten Sie Rubens und Dr. Fritz als zwei verschiedenen Persönlichkeiten in einem Körper?"
"Oh, nein. Ganz und gar nicht", sagte er. "ich habe mit Rubens und mit Dr. Fritz als zwei unterschiedlichen Individuen kommuniziert. Ich sehe sie als zwei absolut unterschiedliche Wesen an. Sie haben unterschiedliches Wissen, unterschiedliche Persönlichkeiten, unterschiedliche Wünsche und unterschiedliche Stärken und Schwächen."
"Könnten Sie die Charakter der beiden beschreiben?"
"Rubens ist ein typischer Brasilianer. Er mag Partys. Er ist charismatisch, sympathisch, freundlich, kultiviert und international. Er beschäftigt sich gern mit elektronischem Spielzeug und solchem Krimskrams. Und er mag Frauen sehr. Rita ist seine dritte Frau. Rubens ist ein ganz normaler Typ, der im allgemeinen nicht Nein sagen kann. Aber Dr. Fritz ist ganz anders. Er ist extrem zielgerichtet. Über den Unterschied zwischen Inkorporation und Inkarnation sagt er: Wenn man in seinen eigenen Körper, in die eigene Zeit hineingeboren wird, hat man seinen eigenen Willen. Aber wenn man als Geist in irgendein Medium inkorporiert wird, hat man keinen freien Willen. Fritz hat eine Mission, der er nicht entfliehen kann. Seine Worte und Taten stimmen extrem überein. Es gibt viele Mehrdeutigkeiten und all diese Dinge, aber die Darstellung und das Ziel der Mission sind einzigartig und unerschütterlich. Zum Beispiel musste Rubens in all den Jahren entscheiden, was mit seinem Unternehmen geschieht, seinen Kindern, seinem Privatleben - so oder so, dieses oder jenes. Aber Fritz ist nur auf seine Mission konzentriert. Fritz hat eine lockere Seite und kann lachen, aber er hat auch eine - wie soll ich sagen? - ernsthafte und energische Seite. Wenn die Leute sich nicht so verhalten wie er es möchte, wird er ärgerlich und ihnen gegenüber verbal aggressiv. Natürlich hat er es täglich mit tausend Patienten zu tun. Daher muss er zielgerichtet arbeiten."
"Haben Rubens und Dr. Fritz ein gemeinsames Gedächtnis, eins, das sie teilen?"
"Ja, ich glaube, Fritz ist sich der Erfahrungen von Rubens bewusst. Umgekehrt ist das nicht so der Fall. Manchmal erinnert sich Fritz jedoch definitiv nicht an die Erlebnisse von Rubens. Ein Beispiel: Einmal fuhr mein Freund Alemao Rubens acht Stunden lang nach Sao Paulo. Als sie dort ankamen, inkorporierte Rubens Dr. Fritz und begann, mit den Patienten zu arbeiten. Dann sah er Alemao an und sagte: 'Oh, du bist auch da!' Das kann wiederum damit zusammenhängen, dass Fritz nicht ein Wesen ist. Er ist nicht ein singuläres Phänomen, das man mit einer einzigen, linearen Erfahrung erklären könnte. Manchmal überschneidet sich alles. Es gibt nicht eine einzelne Erklärung, um die ganze Bandbreite der Geschehnisse darzustellen, wissen Sie? Rubens weiß gewöhnlich nicht, was passiert ist, wenn der Geist von Dr. Fritz von ihm Besitz ergriffen hat."
"Ich habe gesehen, dass Rubens stundenlang ohne Pause arbeitet. Wird er nicht müde?"
"Das kommt auf den Tag an. Er reagiert auf zweierlei Weise auf seine Arbeit. Entweder, er ist nicht bei Bewusstsein, wenn er den ganzen Tag arbeitet. Wenn er dass zurückkommt, möchte er sein Privatleben leben, und seine Frau ist sehr müde. Er aber möchte ausgehen und essen oder feiern oder was auch immer. Während dieses Zustandes vergeht die Zeit für ihn nicht." "Er erinnert sich auch nicht?"
"Gar nicht. Manchmal ist er auch völlig erschöpft, wenn er von Dr. Fritz zurückkommt. Er kann sich nicht mehr auf den Beinen halten und muss nach Hause in sein Bett. Er lebt also beide Weisen, abhängig von seiner Tagesform." "Achtet Dr. Fritz eigentlich auf Rubens‘ körperliche Gesundheit? Wie macht er das?"
"Ich glaube nicht, dass sich Rubens perfekt um optimale Gesundheit kümmern kann. Er sieht gesund aus, aber manchmal fühlt er sich eigentlich nicht wohl. Einmal sah ich, wie Dr. Fritz Rubens bei seinem Herzproblem half. Aber andere Male stellte ich fest, dass Rubens sich nicht wohl fühlte, als Dr. Fritz arbeitete, und eine Schwester bat, seinen Blutdruck zu messen. Wenn er zu lange arbeitet, geht sein Blutdruck zu sehr in die Höhe und er muss Medikamente nehmen, um ihn wieder zu senken. Also bedeutet das, dass Dr. Fritz die physische Verfassung von Rubens nicht völlig im Griff hat."
"Wie viele Medien haben Dr. Fritz gechannelt?"
"Es gibt mehr als ein Dutzend so genannter selbsternannter Dr. Fritze in Brasilien. Momentan haben wir fünf oder sechs Dr. Fritze, die Patienten behandeln. Aber außer Rubens hat Dr. Fritz nur vier Medien in authentischer Reihenfolge anerkannt. Der erste war Zé Arigó, dann Oscar Wilde, dann Edvaldo und als letzter Edson Queiroz." "Wie unterscheidet er zwischen echt und unecht?"
"Rubens sagte, man kann mit drei Tests herausfinden, ob es wirklich Dr. Fritz ist oder nicht", sagte David. "Der eine ist, ob er deutsch spricht. Wenn Rubens von Dr. Fritz erfasst ist, kann er deutsch sprechen. Manchmal habe ich dann sogar den Eindruck, er versteht deutsch besser als portugiesisch oder englisch. Einige Leute haben ihn etwas gefragt, was er nicht verstanden hat. Aber durch einen Deutsch-Dolmetscher verstand der dann alles. Ich habe in der Tat gehört, wie Dr. Fritz mehrere mal deutsch sprach, aber das einzige, was ich verstehen konnte, waren die Zahlen eins, zwei, drei."
"Das erste Medium, Arigó, sprach deutsch, stimmt’s?"
"Ja. Arigó war ein junger ungebildeter Bauer. Aber wenn er den Geist von Dr. Fritz verkörperte, sprach er fließend deutsch. Das ist also einer der Tests, die er nannte. Der zweite ist: Dr. Fritz hat ein unwahrscheinliches Wissen auf verschiedenen Gebieten: Medizin, Biologie, Chemie, Physik, speziell in Quantenphysik."
"Die Quantenphysik war vor dem Ersten Weltkrieg gar nicht entdeckt, oder?"
"Das stimmt. Das ist eine weitere logische Schleife, die wir herauskriegen müssen. Endete sein Leben als er starb, oder stagnierte sein Intellekt als er starb? Das würde anscheinend nicht zu diesem Dr. Fritz-Phänomen passen. Sogar vom kardecistischen Standpunkt aus ist der Geist einer Person über Jahre hinweg weiter aktiv, wenn diese Person stirbt. Er hat Zugang zu neuen Informationen. Das heißt also nicht tot ist tot und nichts entwickelt sich weiter. Das ist aber für viele Menschen fraglich, denn sie denken, wie kann das sein? Wie könnte er so etwas tun?
Das sind die beiden ersten Richtlinien. Aber, ehrlich gesagt, garantieren sie nicht die Authentizität von Dr. Fritz. Denn ich könnte auch deutsch sprechen und habe ebenfalls ein großes naturwissenschaftliches wissen. Wenn man also diese beiden Eigenschaften herausgefunden hat. Ist es noch lange nicht sicher, dass diese Person echt ist. Aber die dritte Richtlinie ist noch interessanter. Dr. Fritz sagt, er könne Leute aus seinen früheren Inkorporationen mit anderen Medien wieder erkennen. Mit anderen Worten: Als Dr. Fritz mit Arigó gearbeitet und dieser Patienten behandelt hat, erkennt er diese Patienten wieder, wenn er sie durch Rubens behandelt. Dr. Fritz erinnert sich an dieselbe Person. Er erkennt sie nicht nur, sondern kann sich auch noch an bestimmte Aspekte, z.B. die entsprechende Krankheit, erinnern. Ich habe so etwas einmal miterlebt: Dr. Fritz‘ Antwort zu einer Person, die er durch ein vorhergehendes Medium schon einmal gesehen hatte. Er ist dann sehr persönlich und macht Bemerkungen über diese Person und ihre Beziehung zum vorherigen Medium und was in dieser Zeit geschehen ist. Dr. Fritz nennt die Leute sogar bei ihrem Spitznamen, die sie in dieser Zeit hatten. Für mich war das die interessanteste Sache, um Dr. Fritz‘ Echtheit festzustellen."

"Ich habe Dr. Fritz einmal über das Phänomen Zeit befragt", sagte David. "Er sagte, dass das Dr. Fritz-Phänomen jenseits von Zeit und Raum existiert. Das ist ein weiterer faszinierender Punkt, über den er spricht. Seine Zeit ist nicht die gleiche wie unsere. Er benutzt keine Uhr. Er misst die Zeit mittels magnetischer Wellen. Das liegt buchstäblich im Gebiet der Quantenphysik. Er sagt, die Zeit ist die Krümmung der magnetischen Welle, was über meinen verstand geht. Er benutzt diese magnetischen Wellen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis als heilendes Feld, insbesondere bei der Heilung der Operationsschnitte, die er gesetzt hat. Wenn er beispielsweise bei einer Hirnoperation ein Loch in den Schädel gebohrt hat, schließt sich der Knochen fast sofort wieder."

"Ich habe gehört, dass der Geist von Dr. Fritz nicht allein ist, sondern dass eine Anzahl von Geistern ihn begleiten. Stimmt das?"
"Das ist eine andere Sache. Dr. Fritz ist so etwas wie ein Sprecher, der verbale Teil einer Unmenge von Geistern und Entitäten."
"Und? Wie viele sind es?"
"Er hat mehr als dreitausend zu seiner Unterstützung. Es gibt eine Anzahl unterschiedlicher Spezialisten für alle medizinischen Probleme: Gynäkologen, Orthopäden. Dermatologen. Alle diese Experten arbeiten an speziellen Fällen."

"Dr. Fritz sagt, dass jeder Patient, der in der Klinik behandelt wird, einen individuellen Geist hat, der ihn begleitet. Daher nimmt sich Dr. Fritz bei der Therapie zehn Sekunden für jeden Zeit. Es ist nicht so, dass er in den zehn Sekunden feststellt, was dem Patienten fehlt, sondern der Patient hat schon eine vollständige Diagnose, die von einer Wesenheit gestellt wurde, die auf diesem Gebiet Spezialist ist. Danach leitet diese Wesenheit Dr. Fritz an, wie dieser Patient behandelt werden muss." "Davon habe ich schon gehört. Nun scheint das für mich einen Sinn zu ergeben", sagte ich.
"Das ist eine Interpretation davon, wie die Arbeit in der unsichtbaren Welt vonstatten geht", sagte David, "auch, dass der Geist den Patienten während des anschließenden Heilungsprozesses begleitet."

"Können Sie das Dr. Fritz-Phänomen mit wenigen Worten definieren?"
"Das ist mit wenigen Worten nicht möglich. Ich glaube, Dr. Fritz zerstört Paradigmen. Er passt nicht in eine einfache Erklärung. Daher mag ich dieses Phänomen so sehr. Ich kann es von der wissenschaftlichen Seite betrachten, der psychologischen Seite, der energetischen oder der spiritistischen. Alle diese unterschiedlichen Paradigmen könne zu Rate gezogen werden, aber keines von ihnen kann vollständig erklären, was da wirklich geschieht. Meine Arbeit als Filmemacher ist, den Leuten die Augen für all diese Dinge zu öffnen. Es ist eine Art holographischer Blick auf die Welt, in dem viele Dinge reflektiert werden, aber keiner ist allumfassend."

"Nun zu meiner letzten Frage. Was denken Sie über die Mission der Dr. Fritz-Gruppe auf diesem Planeten? Er sagt immer wieder, dass er versucht, die menschliche Seele zu heilen, indem er den menschlichen Körper heilt ..."
"In der Tat. Seine Mission nutzt die Krankheit und den Körper. Er versucht, das Niveau des menschlichen Bewusstseins und der Spiritualität anzuheben. Er möchte den Menschen zeigen, dass es neben der materiellen Welt eine wunderbare Welt gibt, die unsichtbar ist. Er möchte, dass die Menschen an sich selbst und an Gott glauben. Seine größte Botschaft ist, dass wir alle miteinander verbunden sind, dass wir und die Natur und das Universum im Grunde eins sind. Die Wahrheit heißt völliger Einklang." "Und wenn Dr. Fritz den Schmerz auf wunderbare und unglaubliche Weise wegnimmt, dann besteht die Chance, die menschliche Seele zu erheben und die Spiritualität zu entfachen. Er sagt: "Wenn ich die Seelen von zehn Menschen heilen kann, ist das ein großer Erfolg. Denn diese zehn Menschen können weitere hundert um sich herum heilen.‘ Das heißt. Dr. Fritz fängt nicht den Fisch und verteilt ihn dann. Sondern er zeigt auch, wie man fischt und den Geist der Liebe sät."

"Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Gruppe von Geistern, die mit Dr. Fritz arbeitet, nicht erst im Ersten Weltkrieg in diese Welt gekommen ist. Ich glaube, sie waren schon seit sehr langer Zeit da, vielleicht sogar ein paar tausend Jahre. Was glauben Sie?" "Sie liegen in der Tat richtig."

Ich war mehr als zufrieden mit diesem unvorhergesehenen Interview.

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Die DNA-Verbindung zwischen Mutter und Kind

2. Dezember

Gegen zwei Uhr nachmittags trafen Rubens und seine Frau schließlich ein, und Rubens channelte wie gewöhnlich Dr. Fritz. Am Vortag hatte Rubens‘ Frau auf der Party von Cesarina David erzählt, dass Rubens den ganzen Tag krank gewesen sei und im Bett gelegen hätte. Aber heute sah er ausgeruht und ganz erholt aus. Er war lebendig und voller Begeisterung.
Er begann seine Arbeit mit den Patienten im Operationsraum. Die erste war Marcelos Mutter, die sich am Montag der vergangen Woche einer Hirnoperation unterzogen hatte, als ein Team vom Discovery Channel in der Klinik gefilmt hatte. Marcelo, ihr Sohn, der Arzt war, hatte sie begleitet. Ich dankte Marcelo noch einmal für die Einladung in der vergangenen Woche zu sich nach Hause, und dann beobachteten wir, wie Dr. Fritz seine Mutter erneut behandelte. Er sah sich genau ihr CT-Bilder und eine Röntgenaufnahme ihres Schädels an und hielt sie unter die Neonröhren an der Decke. Wie von Marcelo befürchtet, hatten sich die Krebszellen ausgebreitet. Dr. Fritz teilte ihr mit, dass eine weitere Operation in der kommenden Woche nötig sei.

Dr. Fritz mag Babys und Kinder sehr gern. Er gibt ihnen immer den Vortritt. Selbst, wenn ein Kind die Nummer 700 hat, behandelt er es als erstes. Die Mutter lag auf dem Bett neben ihrem Kind. Sie sah besorgt aus. Ich war froh, dass Alice, die Teilzeit-Englischlehrerin und ehrenamtliche Schwester, heute arbeitete. Sie flüsterte mir zu: "Der kleine Junge ist blind. Zuerst hat das eine Auge die Hornhaut verloren, und nun hat das zweite eine Blockade durch Gewebewucherungen." Ich fragte mich, wie Dr. Fritz an diesem winzigen Baby-Auge operieren wollte.
Zu meiner Überraschung bat er die Mutter, die Hand des Babys zu halten, und begann, an den gesunden Augen der Mutter zu operieren! Das Baby selbst wurde gar nicht behandelt. Wahrscheinlich bemerkte Dr. Fritz meine Überraschung, weil die Hand, die das Skalpell hielt, inne hielt, und er mich anschaute und auf englisch zu erklären begann: "Diese Operation gehört zu den schwierigsten überhaupt. Es geht darum, die Mutter an Stelle ihres Babys zu behandeln. Ich schneide hier und entferne das Gewebe bei der Mutter. In zwei oder drei Tagen wird es bei dem Baby keine Wucherungen im Auge mehr geben. Dann kann dieser kleine Junge sehen. Diese Art von Operation wurde vorher noch nicht durchgeführt. Die Mutter und ihr Baby haben eine sehr ähnliche DNA-Struktur. Daher kann durch das Halten der Hand die Veränderung der DNA in Lichtgeschwindigkeit auf des Baby übertragen werden. Manche Kinder operiere ich, andere nicht, weil sie noch zu klein sind. Also nehme ich die Operation an ihrer Mutter vor. Grundsätzlich herrscht zwischen ihnen ein Blutsband. Die grünen Augen der Mutter, die Locken des Vaters, alles genetische. Später wirst du herausfinden, dass diese Chromosomen-Verbindungen auch Energie transportieren können. Da gibt es eine Kette, deren Glieder elektronisch miteinander verbunden sind. Man muss ein Teil ändern, nicht alles, nur ein kleines Teil. Vielleicht erinnerst du dich: Adenin, Guanin. Eins bestimmt das nächste. Ändere eins, und das ist alles."
"Aber wenn jemand eine genetische Krankheit hat? Der genetische Code ist doch in allen Zellen. Was ist dann?"
"Du musst noch ein bisschen mehr lernen", sagte er. "Eine DNA kommuniziert mit einer anderen DNA. Das hat ein chinesisch-amerikanischer Forscher 1933 entdeckt. Zu seiner Zeit erntete er nur Spott mit seiner Entdeckung, dass DNA-Moleküle miteinander kommunizieren. Nach dem Motto: 'Oh, du veränderst dich.‘ Und dann verändert sich das nächste ebenfalls. Dann wiederum das nächste und das folgende auch. Damit hast du das auch entdeckt."
"Ich habe gehört, dass Dr. Fritz Knochen über die Moleküle regenerieren oder rekonstruieren kann", sagte ich.
"Ich habe bereits ein Innenohr und ein Außenohr sowie Schädelknochen rekonstruiert. Ich kann alles rekonstruieren außer Nervenzellen."
"Außer Nervenzellen?", fragte ich.
"Ja. Was ich hier tue, ist eigentlich kein richtiges Wunder. Es gibt ein System, das bestimmt, was geschehen kann. Wenn ich es kann, dann mache ich es. Wenn nicht, werde ich nicht lügen. Wenn ich sage, ich kriege es hin, und es wird dann nicht besser, ist das wenig hilfreich. Ich mache es nur, wenn es besser werden kann. Krankheiten, die bereits seit der Geburt bestehen, kann ich nicht heilen, weil sie angeboren sind. Auch eine Fibrose (häufig auch als Sklerose bezeichnete Vermehrung des Bindegewebes - A.d.Ü.) des physischen Körpers kann ich nicht heilen, weil der Astralköper nicht genügend Wasser hat, damit ich irgendetwas tun kann. Einige genetische Krankheiten kann ich ebenfalls nicht heilen, und ich kann definitiv nichts tun bei der Verletzung von Nervenzellen. Ihr denkt, die Nervenzellen sind so großartig, aber sie sind es eigentlich gar nicht. Es gibt Dinge, die ich nicht behandeln kann. Ich kann die Schmerzen lindern. Aber das ist dann auch schon alles."

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Dein Antlitz ist das Antlitz Gottes

4. Dezember

Bei meinem letzten Besuch vor Abreise, bekam ich noch einmal die Gelegenheit, mit Rubens Faria zu sprechen: "Ich habe vor, ein Buch über meine Erlebnisse mit dem Dr. Fritz-Phänomen zu schreiben."
"Ich bin mir ziemlich sicher, dass du die Botschaft von Dr. Fritz gut vermitteln kannst."
"Schade, dass ich kein Naturwissenschaftler bin. Wenn ich einer wäre, könnte ich ein überzeugenderes Buch schreiben."
"Nein, nein. Schreib bitte auf genau deine Art. Aber Dr. Fritz hat mir gesagt, dass ich der letzte auf diesem Planeten bin, der als Dr. Fritz arbeitet. Ich werde nur noch vier Jahre hier sein. Daher hoffe ich, dass während dieser Zeit die Technologie dieses Geistes für die Menschheit genutzt werden kann."
"Ich möchte Dr. Fritz außerdem direkt etwas fragen."
"Natürlich. Darin sehe ich kein Problem, wenn es dir nichts ausmacht, ihm deine Fragen zu stellen während er Patienten behandelt."

Es gibt einen wichtigen Grund für mich, dieses Buch zu schreiben, nämlich die Botschaft von Dr. Fritz in Japan und anderswo zu verbreiten. Was ist diese Botschaft? Ich lasse Dr. Fritz direkt antworten. Ich hatte ihn zuletzt interviewt, als er hundert Patienten behandelt hatte. Er unterbrach nicht einmal seine Injektionen, als er auf meine Fragen in mein Mikrofon antwortete. "Dr. Fritz, könntest du die Energie beschreiben, die du benutzt?"
"Wenn ich Patienten behandle, nutze ich die Energie, die sie in sich tragen. Jeder hat diese Energieform in seinen Zellen. In den Zellen gibt es die Mitochondrien (winzige Fäden innerhalb des Zytoplasmas). Ich nutze die Energie der Mitochondrien, um meinen Patienten zu behandeln. Die Energie, die ich benutze, ist eher so etwas wie das chi, wie es in China genannt wird, oder prana, wie es die Inder nennen. In Japan heißt es ki. Aber ich benutze diese Energie sehr intensiv."
"Ist es möglich, sich so weit auszubilden, dass man ebenfalls auf diese Energie zurückgreifen kann? Welche Übungen empfiehlst du dafür?"
"Während Rubens‘ Ausbildung lehrte ich ihn viele verschiedene Methoden und bat ihn, sie zu üben. Rubens konnte immer besser diese Energien benutzen und lehrt mittlerweile auch einige dieser Techniken in seinen Kursen."
"Findest du, dass die Menschen besser werden?"
"Ja, aber sehr langsam. Wie eine Schildkröte. Die Menschen nutzen ihre Energien eher negativ, zum Beispiel wenn sie wütend sind oder miteinander streiten."
"Wie siehst du die Entwicklung der Menschen?"
"Für mich ist ein Mensch, auch du, wie ein Same. Alle Menschen hier sind wie Samen. Und sie müssen wie Samen wachsen. Sie brauchen Wasser und Sonnenlicht und fruchtbaren Boden. Ich habe die Aufgabe, die Menschen zu wässern. Das ist mein Wasser."
Und er zeigte auf die Spritze in seiner Hand und lächelte. "In welche Richtung werden sich die Menschen entwickeln, wenn sie weiter wachsen?"
"Die Evolution beginnt in der Seele oder im Geist. Es gibt nur einen Weg, um die Seele zu entwickeln und zu verändern. Das ist das Streben nach großer, bedingungsloser Liebe. Wenn die Menschen von Liebe erfüllt sind, wird der Kopf leer. Mit dieser Leere, das heißt, dass alle Gedanken verschwinden, findet man Gott in sich selbst. Du brauchst also nur nach dieser Liebe in deinem Herzen zu suchen. Du hast den Schlüssel für die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins in der Tasche. Du selbst bist der Schlüssel. Das darfst du nie vergessen."
"Du meinst meinen Geburtstag? Den Geburtstag von Dr. Fritz?" Er lachte.
"Weißt du, Kaori ist Astrologin. Deshalb interessiert sie sich für deinen Geburtstag."
"Ich bin 1874 geboren", sagte er und lachte wieder.
"Erinnerst du dich auch an das Datum?"
"Es war der 1. Juli."
"Morgens oder abends?"
"Es war morgens 10.15 Uhr."
"Wo war es? In Deutschland?"
"Ja, ich wurde in München geboren."
Dann sagte er: "Zum Schluss muss ich dir noch eine Geschichte erzählen. Ein Mann wachte eines Morgens auf und blickte in den Spiegel. Doch kein Spiegelbild schaute zurück. Er fragte sich: 'Um Gottes willen! Wo ist mein Gesicht geblieben?‘ Aus weiter Ferne antwortete Gott: 'Du musst sehr gründlich und tief in dein Herz schauen. Dann wirst du sehen, dass mein und dein Gesicht gleich sind."
Er hielt einen Moment inne, schaute mich dann an und sagte: "Obrigado. Einst werden wir uns wieder sehen."

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